Keine Lösung in Sicht: Daran scheitert das Alkoholverbot an der "Tüte"!

Die "Tüte" gilt als Treffpunkt für Junkies und Trinker.
Die "Tüte" gilt als Treffpunkt für Junkies und Trinker.

Bielefeld - Viele sind sich sicher, dass nur ein Alkoholverbot an der "Tüte" und im Stadthallenpark in der Nähe vom Bielefelder Hauptbahnhof die Trinker- und Drogenszene von dort vertreiben könnte.

Dem steht allerdings etwas im Weg: Obwohl die BfB erneut ein Verbot forderte, lehnte die Paprika-Koalition rund um SPD, Grüne, Bürgernähe, Piraten und Linke ab. Ein Verbot sei nicht rechtens, wird Oberbürgermeister Pit Clausen in der Neuen Westfälischen zitiert.

In anderen Kommunen ist das kein Problem: Zuletzt wurde in einem Gütersloher Park, in dem es immer wieder durch Trinker zu Belästigungen kam, der Konsum von alkoholischen Getränken untersagt.

Der Unterschied ist klein, aber dein: Denn dort wurde nie dagegen geklagt. In Bielefeld sieht das anders aus. Denn von 2008 bis 2010 gab es mal ein Alkoholverbot an der Tüte. Das wurde dann allerdings vom Verwaltungsgericht kassiert. Ordnungsdezernentin Anja Ritschel erklärt, dass sie kein Alkoholverbot kennt, das eine Klage überstanden hat.

Die Stimmung an der Tüte wird aggressiver. Das beobachten auch Anwohner, die sich deshalb Sorgen machen.
Die Stimmung an der Tüte wird aggressiver. Das beobachten auch Anwohner, die sich deshalb Sorgen machen.

Seitdem das letzte Verbot gekippt wurde, wird die Szene immer problematischer. Erst vor Kurzem schilderte eine Psychotherapeutin, die an der Herbert-Hinnendahl-Straße eine Praxis hat, wie gefährlich es dort zugehen soll.

Auch andere Bielefelder fühlen sich vor allem von den aggressiven Bettlern belästigt. Viele meiden den Weg. Einige sind aber auch der Meinung, wenn man den Leuten dort nichts tut, tun sie einem auch nichts.

Wieder andere finden es traurig, dass der Eindruck von Besuchern, die am Bahnhof ankommen, direkt negativ beeinfluss wird, wenn sie beispielsweise zur Stadtbahn gehen.

Niemand will so wirklich etwas mit dem Beheben der Probleme zu tun haben: Die regelmäßigen Razzien, die die Polizei an der Tüte durchführt, reichen nicht aus, finden viele.

Dass die Beamten dort häufiger verstärkte Präsenz zeigen, sei schwierig. Das, was die Bürger stört, falle in den Aufgabenbereich vom Ordnungsamt. Das hat wiederum zu wenig Personal.

Dem Rathaus wird deshalb schon "Versagen" von der CDU vorgeworfen. Michael Weber wertet die aktuelle Situation als "vernichtendes Urteil über die Ordnungspolitik der Paprika-Koalition und der Verwaltung". Eine Lösung des Problems ist weiterhin nicht in Sicht.


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