Drogenkurier verbuddelte Crystal im Wald

Er kutschte Rauschgift durch Sachsen und verbuddelte Crystal im Wald: Timm S. (27) packte vor Gericht aus.
Er kutschte Rauschgift durch Sachsen und verbuddelte Crystal im Wald: Timm S. (27) packte vor Gericht aus.  © Thomas Türpe

Dresden - Er ist erst 27 Jahre alt. Doch am Landgericht Dresden legte Timm S. am Freitag eine Lebensbeichte ab. Er steht mal wieder wegen Drogenhandels vor Gericht. "Aber die legale Schiene macht mir mehr Spaß als die illegale", so der Immobilienkaufmann unter Tränen.

Der Ex-Freefighter gestand, für einen Dealer in Riesa regelmäßig Rauschgift aus Leipzig geholt zu haben. "Er hatte die Abnehmer, der andere in Leipzig die Quelle", berichtete Drogenkutscher Timm. "Ich war damals zur Lehre in Leipzig, pendelte sowieso."

Anfangs wurden Marihuana und Kokain gehandelt. Timm galt in Riesa und Umgebung als Ziehsohn eines dortigen Großdealers für Crystal. "Ich war schon eine Autorität. Und als er verhaftet wurde, stiegen wir auf Crystal um. Das war lukrativer."

Doch nicht alles konnte verkauft werden: so vergrub Timm zur Sicherheit 100 Gramm im Wald. "Als ich wiederkam, war alles weg. An der Verpackung waren Bissspuren. Vermutlich waren es Wildschweine ..."

Timm, der schon oft in Haft saß, die Taten unter Bewährung beging: "Ich erkannte, dass es ein Teufelskreis ist. Ich hatte dann Familie, eine Lehre. Aber ich dachte, ich brauche das kriminelle Standbein noch. Deshalb hab ich mir zwar ein gutes Leben aufgebaut, aber den Mist parallel gemacht."

Und das recht frei von Skrupel: Mit 500 Gramm Crystal im Auto, fuhr er bei der Bewährungshilfe zum Gespräch vor. Stunden später wurde er festgenommen. Schon beim Ermittlungsrichter sagte er umfangreich aus. Auch gegen frühere Freunde, von denen nun viele hinter Schloss und Riegel sitzen.

"Meine Familie wird bedroht. Autoreifen werden zerstochen. Aber ich will endlich ein anderes Leben", so Timm S. entschlossen. Urteil folgt.


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