Drogenhandel an Kesselsdorfer: Welche Rolle spielte Späti-Gabi?

Gabi H. (31) muss sich seit Mittwoch am Landgericht verantworten.
Gabi H. (31) muss sich seit Mittwoch am Landgericht verantworten.  © Norbert Neumann

Dresden - Als Tiger springen, aber als Bettvorleger landen. Diese Pleite droht dem Staatsanwalt im Fall von Gabi H. (31). Die Anklage wirft der Mutter am Landgericht Beihilfe zu exorbitantem Drogenhandel vor. Doch den gab es wohl so nie.

Rückblick: Im Dezember 2011 hoben Fahnder den Spätshop von Lars G. (39) an der Kesselsdorfer Straße aus. Er hatte neben Zigaretten und Bockwurst auch Drogen verkauft, die Kumpel Robert M. (36) organisierte.

Im Jahr 2012 standen die Männer vor Gericht. Laut Anklage, die auf Hochrechnungen und Aussagen eines Kronzeugen beruhte, dealten Lars und Robert mit fast 800 Kilo Hasch und Marihuana sowie zwölf Kilo Crystal! Das Gericht sah letztlich „nur“ rund 50 Kilo Hasch als erwiesen an, verurteilte Lars zu über sieben Jahren und Robert zu fünf Jahren Haft.

Auch Gabi H., damalige Freundin von Lars, geriet ins Fadenkreuz. Weil sie schwanger war, nie in Haft saß, lag ihre Akte Jahre bei der Justiz rum. Seit Mittwoch ist Prozess: wegen Beihilfe zum Handel mit fast 800 Kilo Hasch und Marihuana sowie zwölf Kilo Crystal. Obwohl seit Jahren klar ist, dass es Handel in dieser Größenordnung nie gab.

Außerdem sagten die Männer immer, dass Gabi gegen die Taten war, „deshalb immer Theater war“. Im Urteil gegen Lars und Robert ist Gabi nicht mal erwähnt. Im November soll das Urteil über Gabi H. gesprochen werden. Hoch dürfte es nicht ausfallen.


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