Droht die atomare Katastrophe? Stadt fordert AKW-Stilllegung

Erst im letzten Jahr gab es mehrere Vorfälle im AKW Grohnde.
Erst im letzten Jahr gab es mehrere Vorfälle im AKW Grohnde.  © DPA

OWL - Gerade einmal 45 Kilometer Luftlinie ist das Atomkraftwerk Grohnde, das sich in der niedersächsischen Gemeinde Emmerthal befindet, von Vlotho entfernt. Das ostwestfälische Blomberg ist sogar noch näher dran.

Ein Problem! Denn das Atomkraftwerk, das eigentlich noch eine Laufzeit bis 2021 hat, gehört zu den störanfälligsten in ganz Deutschland. Über 200 meldepflichtige Ereignisse gab es seit 1985.

Schon kurz nach dem Start im Jahr 1985 fiel auf, dass das Hochdruck-Notkühlsystem nicht funktionsfähig war. Eine der vier Pumpen enthielt Gas und nicht, wie eigentlich erforderlich, Wasser. Und auch in den restlichen Leitungen wurde ein zu hoher Gas-Anteil gemessen.

Auch danach gab es immer wieder Störungen. Zuletzt sorgte das AKW im August 2016 für Aufsehen, als ein Mitarbeiter bei Wartungsarbeiten tödlich verunglückte.

Das Atomkraftwerk liegt nur wenige Kilometer Luftlinie von ostwestfälischen Städten entfernt.
Das Atomkraftwerk liegt nur wenige Kilometer Luftlinie von ostwestfälischen Städten entfernt.  © DPA

Aus ungeklärten Gründen trat während der Arbeiten im Bereich der Hilfskesselanlagen Wasserdampf aus. Der Mann erlitt so schwere Verletzungen, dass er noch an der Unfallstelle starb.

Die Zahl der Ausfälle und Missstände ist so besorgniserregend hoch, dass der Vlothoer Rat laut Radio Herford mit einer schriftlichen Erklärung gegen das AKW vorgehen will. Gefordert wird die sofortige Stilllegung.

Damit geht die Stadt auch auf Sorgen vieler Bürger ein, die Angst vor einer atomaren Katastrophe haben.


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