Rechtsterror: Morddrohung gegen Kölner Oberbürgermeisterin Reker

Köln - In einer perfiden Drohmail drohen mutmaßlich unbekannte Rechtsterroristen mit der Ermordung der Kölner Oberbürgermeisterin Henriette Reker (parteilos). Die Politikerin hatte am Vortag klar Stellung gegen gewaltbereite Rechtsterroristen bezogen und an die offene Gesellschaft in Deutschland appelliert. Hintergrund war die Ermordung des Politikers Walter Lücke.

Kölns Oberbürgermeisterin Henriette Reker (parteilos)
Kölns Oberbürgermeisterin Henriette Reker (parteilos)  © DPA

In der E-Mail, die auch an TAG24 geschickt wurde, drohen die mutmaßlichen Rechtsextremen offen mit der Ermordung der Politikerin. Das Schreiben ist direkt an die Kölner Oberbürgermeisterin sowie an den Bürgermeister der Stadt Altena im Sauerland, Andreas Hollstein, adressiert.

Die Absender der Mail bezeichnen sich als "Musiker des Staatsstreichorchesters".

Aktuell verbreiten sich Hasskommentare und Drohungen gegen Politiker immer weiter. Die Drohung gegen die Politiker aus Köln und Altena ist dabei besonders brutal.

Henriette Reker entging 2015 vor ihrer Wahl zur Kölner Oberbürgermeisterin nur knapp dem Tod durch das Messer eines Rechtsradikalen.

Der Attentäter sagte vor Gericht aus, er habe es eigentlich auf Angela Merkel abgesehen gehabt.

Weil er an die gut bewachte Kanzlerin aber nicht herangekommen sei, habe er sich für Reker entschieden, die ähnlich freundlich zu Flüchtlingen sei.

"Denjenigen, die unsere offene und freie Gesellschaft bedrohen, muss klar sein, das wir keinen Zentimeter zurückweichen", sagt die Politikerin der Deutschen Presse-Agentur. "Das hat auch mich immer wieder motiviert - und tut es heute mehr denn je." Am Dienstag hatte sie klar Stellung gegenüber Rechtsextremen bezogen.

Mit den Worten "Ich steche dich ab! Mich lässt du verdursten, aber holst 200 Ausländer in die Stadt" war vor zwei Jahren ein Mann mit einem Messer auf den Bürgermeister von Altena losgegangen.

Der Bürgermeister kam mit einer Verletzung am Hals davon. "Ich habe an die Familie von Herrn Lübcke gedacht, weil ich weiß, was das mit einem selbst und vor allem mit der Familie macht", sagt der CDU-Politiker der Deutschen Presse-Agentur. "Das zweite war Dankbarkeit dafür, überlebt zu haben."

Update, 20.40 Uhr

Nach Angaben der Kölner Polizei hat die Staatsanwaltschaft in Berlin die Ermittlungen aufgenommen, weil es innerhalb Deutschlands mehrere Drohungen gegen Politiker gebe, berichtet der WDR.

Titelfoto: DPA

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