Drohungen gegen Meeranes OB

Lothar Ungerer (61, parteilos).
Lothar Ungerer (61, parteilos).

Von Bernd Rippert

Meerane – Die Krawalle bei der Ankunft eines Flüchtlingszuges am Bahnhof haben ein bitteres Nachspiel. Oberbürgermeister Lothar Ungerer (61, parteilos) wird bei Facebook öffentlich bedroht und beleidigt. Der Politiker schaltete Polizei und einen Rechtsanwalt ein, will sogar gegen Facebook vorgehen.

Lothar Ungerer war bei der Meeraner Krawallnacht dabei. Angesichts der Blockadeversuche von rund 150 Rechtsradikalen und Störern vor den Flüchtlingsbussen und den Angriffen auf die Polizei hatte er sich entsetzt gezeigt: „Ich zittere um meine Stadt.“

Der Oberbürgermeister wurde bereits vor Ort – wie auch die Helfer des DRK – mit dem Ruf „Volksverräter“ angegriffen.

Bei der Ankunft von einem Flüchtlingszug kam es in Meerane zu schwerer Randale.
Bei der Ankunft von einem Flüchtlingszug kam es in Meerane zu schwerer Randale.

Die Attacken setzten sich im Internet fort.

In der geschlossenen Facebookgruppe „Meerane unzensiert“ bezeichnete ein User den OB als „Penner“, dem man „den Schlagstock über den Schädel ziehen sollte“ und der für seinen „Verrat“ noch bestraft werde.

Diese Hassmail nennt Lothar Ungerer „einen Angriff gegen die Demokratie“. Erschreckend sei, dass einige Demonstranten die Selbstjustiz predigten:

„Das ist ein Rückfall ins Mittelalter, in das klassische Faustrecht. Dieses von Pegida begünstigte Klima begünstigt Gewalt. Irgendwann nimmt wirklich jemand einen Knüppel und schlägt zu.“

Gegen die Hasstiraden im Internet geht Lothar Ungerer gleich doppelt vor.

Er leitete die Hassmail an das Operative Abwehrzentrum (OAZ) der Polizei weiter.

„Außerdem lasse ich durch einen Anwalt prüfen, ob ich Facebook zwingen kann, diesen Aufruf zur Gewalt zu löschen.“

Fotos: Privat, Ralf Rojé


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