Ein Jahr DSGVO: Berufsverband warnt vor schwarzen Schafen!

München/Berlin - Am 25. Mai 2019 feiert das Inkrafttreten der europäischen Datenschutzverordnung ihren ersten Geburtstag. Seither hat sich auf dem Arbeitsmarkt so einiges verändert. Das Geschäft mit der Datensicherheit boomt, doch das birgt auch Gefahren für Unternehmen und Konzerne.

Um die Sicherheit von personenbezogenen Daten von Privatpersonen besser zu schützen, ist am 25. Mai 2018 die DSGVO inkraftgetreten. Für Unternehmen und Konzerne ein erheblicher Mehraufwand.
Um die Sicherheit von personenbezogenen Daten von Privatpersonen besser zu schützen, ist am 25. Mai 2018 die DSGVO inkraftgetreten. Für Unternehmen und Konzerne ein erheblicher Mehraufwand.  © DPA

Seit einem Jahr ist das Regelwerk nun gültiges und anzuwendendes Recht. Bei vielen Unternehmern herrscht noch immer große Unsicherheit bezüglich der Datenschutz-Verordnung.

Zwar blieb die befürchtete große Abmahnungswelle aus, dennoch löst nicht zuletzt die hohe Rechtsunsicherheit eine hohe Nachfrage bei Beratungen aus.

"Der Beratermarkt hat sich rasant entwickelt, da die Nachfrage schlagartig entstand und befriedigt werden wollte", so Thomas Spaeing, Vorstandsvorsitzender beim Berufsverband der Datenschutzbeauftragen in Deutschland (BvD) ohne dabei konkrete Zahlen zu nennen. Jedoch sei anzunehmen, "dass sich das Angebot etwa verdreifacht hat".

"Dadurch, dass die DSGVO so umfassende Pflichten enthält und nicht zwischen Großkonzernen und kleinen Unternehmen unterscheidet, ist auch der Beratungsaufwand insgesamt gestiegen", sagte Rebekka Weiß, Leiterin der Abteilung Vertrauen und Sicherheit beim Branchenverband Bitkom. "Rund um das Thema haben sich neue Unternehmen gegründet und diejenigen, die schon vorher Datenschutzberatung angeboten haben, haben stark aufgestockt".

Die hohe Nachfrage und insbesondere die enorm anwachsende Zahl an neuen Unternehmen, machen den Markt letztlich unübersichtlich. Die Gefahr, schwarzen Schafen oder Betrügern auf den Leim zu gehen, ist laut Spaeing durchaus gegeben. Oft wird mit besonders günstigen Preisen gelockt, der Aufwand dieser "Firmen" beschränkt sich dabei auf ein Minimum. Sein Verband fordert deshalb eine Zertifizierung von Datenschutzbeauftragten.

Das Regelwerk der EU-DSGVO war mit dem Hintergrund erstellt worden, die nationalen Standards der EU-Mitgliedsstaaten für die Verarbeitung von personenbezogenen Daten auf ein einheitliches und vor allem sicheres Niveau anzuheben.