Ehemaliger Bundesligastar auf der A4 beschossen

Der frühere Spieler des FC St. Pauli, Deniz Naki wurde auf der Autobahn A4 beschossen. (Symbolbild)
Der frühere Spieler des FC St. Pauli, Deniz Naki wurde auf der Autobahn A4 beschossen. (Symbolbild)  © DPA

Düren - Auf der Autobahn 4 nahe Düren ist ein Schuss auf ein fahrendes Auto abgegeben worden. Das berichtete die Polizei in Aachen in der Nacht auf Montag.

Der Fahrer blieb unverletzt. Die Hintergründe des Zwischenfalls, der der Polizei gegen 23 Uhr am Sonntagabend gemeldet wurde, waren zunächst unklar.

Nach Angaben eines Polizeisprechers vom Montagmorgen ermittelt inzwischen die Staatsanwaltschaft Aachen wegen eines versuchten Tötungsdeliktes.

Nach Angaben der Hamburger Linke-Politikerin Cansu Özdemir soll es sich um das Fahrzeug des Fußballers Deniz Naki handeln, wie sie auf Twitter schrieb. Die Polizei bestätigte das zunächst nicht.

Der frühere Spieler des FC St. Pauli steht beim kurdischen Verein Amed Sportif Faaliyetler unter Vertrag, der in der dritten türkischen Liga spielt.

Naki war in der Türkei im Mai 2017 zu einer 18-monatigen Haftstrafe auf Bewährung verurteilt worden. Ihm wurde Terrorpropaganda für die verbotene kurdische Arbeiterpartei PKK vorgeworfen.

UPDATE, 13.01 Uhr: Ermittlungen wegen versuchter Tötung

Die Staatsanwaltschaft ermittelt nach nächtlichen Schüssen auf den deutsch-türkischen Fußballprofi Deniz Naki auf der A4 wegen versuchter Tötung gegen Unbekannt. Auf den Wagen des 28-Jährigen seien auf der Autobahn bei Düren in der Nacht zu Montag aus einem Auto heraus mehrere Schüsse abgegeben worden, sagte die Aachener Staatsanwältin Katja Schlenkermann auf dpa-Anfrage. "Wir ermitteln in alle Richtungen." Auch eine politisch motivierte Tat sei nicht auszuschließen. "Wir nehmen die Angaben von Herrn Naki sehr ernst."

Der aus Düren stammende Ex-Spieler der deutschen U21-Nationalmannschaft gilt als Kritiker der türkischen Regierung und vermutet hinter dem Angriff einen politischen Hintergrund.

In der Online-Ausgabe der "Welt" spricht der unverletzt gebliebene Naki von einem "Mordanschlag", zwei Schüsse hätten sein Auto getroffen, er sei in Todesangst gewesen. Im Onlinemagazin "Bento" sagte der Fußballer: "Ich glaube, dass es hier um eine politische Sache geht". In der Türkei sei er "eine laufende Zielscheibe, weil ich mich pro-kurdisch äußere".

Der Profi - einst beim FC St. Pauli und SC Paderborn unter Vertrag - spielt aktuell beim Drittligisten Amed SK in der Kurdenmetropole Diyarbakir in der Türkei.

Titelfoto: DPA