Auch ohne Rizin: Bombe des Kölner Terroristen wäre extrem tödlich gewesen

Düsseldorf/Köln – Im Prozess um die Planung eines Terroranschlags mit einer Rizin-Bombe hat der Gutachter am Dienstag berichtet, dass der Sprengstoff selbst ohne das Gift viele Menschen hätte töten können.

Der mutmaßliche Rizin-Bomber während des Prozesses.
Der mutmaßliche Rizin-Bomber während des Prozesses.  © dpa/Federico Gambarini

Der Gutachter hatte Sprengsätze anhand der bei den Angeklagten gefundenen Anleitungen nachgebaut. Diese hätten eine erhebliche Wirkung gezeigt.

Die mutmaßlichen Rizinbomben-Bauer von Köln, ein Tunesier (30) und seine deutsche Frau (43), seien mit dem Bau ihrer Sprengsätze bereits so gut wie fertig gewesen, so der Gutachter.

Wie gefährlich der Sprengstoff hätte sein können, erklärte der Chemiker mit dem Hinweis, dass er beim Testen nur geringe Mengen des gefundenen Sprengmittels verwenden konnte, um niemanden zu gefährden.

Alleine der Luftdruck der Explosion hätte im Umkreis viele Menschen töten können, so der Experte. Außerdem seien Metallkugeln als Splitter verwendet worden, so dass in einem weiteren Umkreis viele Menschen hätten verletzt oder getötet werden können. Früher im Prozess hatte es bereits gehießen, dass die Bombe - versehen mit dem Gift Rizin - sogar 100 Opfer hätte fordern können.

Der mutmaßliche Rizin-Bombenbauer von Köln gehörte Ermittlern zufolge einer Chat-Gruppe namens "Wölfe des Islamischen Staates in Europa" an. Seiner Frau und ihm drohen bis zu 15 Jahre Haft.

Einsatzkräfte konnten in Köln einen Terroranschlag mit einer Rizin-Bombe verhindern.
Einsatzkräfte konnten in Köln einen Terroranschlag mit einer Rizin-Bombe verhindern.  © dpa/Oliver Berg

Titelfoto: dpa/Federico Gambarini

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