Nur jeder fünfte Baum ist intakt: So will NRW den Wald retten

Düsseldorf – Nordrhein-Westfalen hat einen sogenannten Waldpakt geschlossen.

Die Sonne bahnt sich in einem Waldstück den Weg durch den Morgennebel.
Die Sonne bahnt sich in einem Waldstück den Weg durch den Morgennebel.  © Bernd Thissen/dpa

Gemeinsam mit Holz- und Forstwirten sowie Naturschützern unterzeichnete Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) am Dienstag in Düsseldorf eine Vereinbarung zum Wald- und Klimaschutz.

Mehr als ein Viertel der Landesfläche sei bewaldet, in NRW sei der Wald "Klimaschützer Nummer 1", erklärte Laschet in einer Mitteilung.

Die Landesregierung setze sich daher für eine bundesweite Baumprämie ein, bekräftigte NRW-Umweltministerin Ursula Heinen-Esser (CDU). Mit den Einnahmen aus der CO2-Bepreisung sollten die Leistungen der Forstwirtschaft für den Klimaschutz unterstützt werden.

Der Waldbauernverband hatte vor kurzem eine Baumprämie von 125 Euro pro Jahr und Hektar gefordert. Er sorge sich um die wirtschaftliche Perspektive der Forstbetriebe bei langfristig niedrigen Holzpreisen, betonte ihr Landesvorsitzender Philipp Freiherr Heereman, äußerte aber Hoffnung: "Der Wald und die Holzwirtschaft sind ab heute Chefsache in Düsseldorf."

NRW-Bauministerin Ina Scharrenbach (CDU) hob die Bedeutung von Holz als ökologischem und klimafreundlichem Werkstoff hervor. Derzeit erarbeite eine Expertenkommission Vorschläge, um diese Vorteile stärker in den Fokus zu rücken. Eine Gesetzesänderung habe in NRW bereits den Einsatz von Holz auch bei Gebäuden bis zu 13 Metern Höhe ermöglicht.

80 Prozent der Bäume sind angeschlagen

Im Waldpakt verankert sind auch die bereits zugesagten 100 Millionen Euro zur Wiederaufforstung der Wälder nach Trockenheit, Stürmen und Borkenkäferplage. Nur jeder fünfte Baum in NRW ist noch intakt.

Die Familienbetriebe Land und Forst werfen der Landesregierung allerdings vor, mit ihrem starken Förderakzent pro Mischwälder die Existenz vieler Forstwirte zu gefährden. "Die Industrie fordert Nadelholz", sagte Verbandschef Max von Elverfeldt der "Westfalenpost". Das müsse die Förderung stärker berücksichtigen.

Titelfoto: Bernd Thissen/dpa


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