Anschlag geplant? Elf Terror-Verdächtige wieder frei

Düsseldorf – Am Freitagabend gab es in mehreren Städten in NRW und in Baden-Württemberg Anti-Terror-Einsätze. Dabei wurden insgesamt zehn Männer festgenommen. Am Samstag kamen die Verdächtigen wieder auf freien Fuß.

Polizisten mit einem Spürhund durchsuchen ein Auto in Essen.
Polizisten mit einem Spürhund durchsuchen ein Auto in Essen.  © DPA

Ermittelt werde wegen Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Straftat, sagte ein Sprecher der Generalstaatsanwaltschaft Düsseldorf am Samstag.

In Düsseldorf sei der Zugriff am späten Freitagnachmittag in der Nähe der Kunstakademie erfolgt, wie die Rheinische Post berichtete.

Parallel durchsuchten Spezialeinheiten mehrere Objekte in Essen und Baden-Württemberg. Offenbar wurden dort Sprengstoffdepots vermutet.

Nach Informationen der "BILD" stand bei den Anti-Terror-Einsätzen eine achtköpfige Gruppe im Fokus, die einen Terroranschlag in Deutschland geplant haben soll!

Einen Zusammenhang zwischen den Terror-Verdächtigen und dem gestern in Essen festgenommenen 19-jährigen Tadschiken gibt es offenbar nicht. Der Mann war nach einer Irrfahrt mit erhöhter Geschwindigkeit durch Essen gestoppt worden (TAG24 berichtete).

Update, 10.38 Uhr: Verbindungen zum IS?

Die Generalstaatsanwaltschaft Düsseldorf prüft Verbindungen der Verdächtigen zum IS (Symbolbild).
Die Generalstaatsanwaltschaft Düsseldorf prüft Verbindungen der Verdächtigen zum IS (Symbolbild).  © DPA

Es gebe jedoch keine Hinweise auf konkrete Ziele oder eine konkrete Tat, sagte ein Sprecher der federführenden Generalstaatsanwaltschaft Düsseldorf am Samstag.

Die Polizei prüft demnach mögliche Verbindungen zur Terrormiliz Islamischer Staat (IS). "Wir vermuten, dass es eine Splittergruppe des IS oder Sympathisanten sind", sagte er weiter.

Es habe Durchsuchungen in Essen, Düsseldorf, Wuppertal, Mönchengladbach, Duisburg sowie im baden-württembergischen Ulm gegeben. Die Maßnahmen hätten am Freitagmorgen begonnen und bis Samstagmorgen gedauert.

"Man muss gucken, ob das gefunden wurde, was gesucht wurde", so der Sprecher. Ob Haftbefehle gegen die zehn beantragt würden, sei noch unklar.

Unter den zehn Festgenommenen sei ein Tadschike. Über die Nationalität der anderen Verdächtigen wurde zunächst nichts bekannt.

Update, 13.16 Uhr: Elf Verdächtige wieder frei

In der Nähe der Düsseldorfer Kunstakademie soll es Festnahmen gegeben haben (Archivbild)
In der Nähe der Düsseldorfer Kunstakademie soll es Festnahmen gegeben haben (Archivbild)  © DPA

Für die bei Anti-Terror-Einsätzen in Nordrhein-Westfalen und Baden-Württemberg festgenommenen mutmaßlichen Islamisten ist die Freilassung angeordnet worden. Die Generalstaatsanwaltschaft Düsseldorf bestätigte am Samstag entsprechende Medienberichte.

Einige Männer seien bereits wieder auf freiem Fuß, sagte ein Behördensprecher am Mittag. Bei den Durchsuchungen habe man "keinen Sprengstoff und keine Waffen" finden können. Dies sei der Verdacht gewesen. Die Ermittlungen wegen des Verdachts der Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat liefen aber weiter.

Dass kein Haftbefehl beantragt werde, bedeute, dass kein dringender Tatverdacht bestehe, erklärte der Sprecher weiter. Die Generalstaatsanwaltschaft hatte am Samstagvormittag zunächst von zehn Verdächtigen gesprochen.

Am Mittag korrigierte der Sprecher diese Zahl auf elf. es handelt sich dabei um Männer zwischen 22 und 35 Jahren, die überwiegend aus Tadschikistan stammen.

Update, 13.28 Uhr: Durchsuchungen in elf Städten

Wie die Generalstaatsanwaltschaft Düsseldorf soeben bekannt gab, waren mehrere hundert Beamte der Polizei an den Durchsuchungen ab Freitagabend bis zum frühen Samstag beteiligt. Dabei wurden Objekte in folgenden Städten überprüft: Düsseldorf, Essen, Wuppertal, Ulm, Duisburg, Mönchengladbach, Castrop-Rauxel, Dülmen, Selfkant, Lotte sowie Leichlingen

Da eine Gefährdung durch Schusswaffen oder Sprengstoff nicht auszuschließen war, wurden an mehreren Stellen Spezialkräfte sowie Spürhunde der Polizei eingesetzt. Der Vorfall in Essen sei einer der Auslöser der konzertierten Aktion gewesen, ein Zusammenhang bestehe jedoch nicht (TAG24 berichtete).

Titelfoto: DPA

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