Asyl-Bewerber in NRW: Immer weniger kommen, immer mehr müssen gehen

Düsseldorf – Die Zahl der Asylbewerber sinkt in Nordrhein-Westfalen weiter, während die Abschiebungsquote steigt.

NRW-Integrationsminister Joachim Stamp (48) stellte am Mittwoch die Asyl-Jahresbilanz 2018 vor.
NRW-Integrationsminister Joachim Stamp (48) stellte am Mittwoch die Asyl-Jahresbilanz 2018 vor.  © DPA

Das geht aus der Asyl-Jahresbilanz 2018 hervor, die Flüchtlingsminister Joachim Stamp (FDP) am Mittwoch dem Integrationsausschuss des Düsseldorfer Landtags vorgelegt hat.

Demnach waren NRW im vergangenen Jahr rund 30.200 Erstantragsteller über das bundesweite Verteilsystem zugewiesen worden. 2017 waren es fast 4500 mehr. 2018 zahlte das Land den Kommunen rund 629 Millionen Euro Flüchtlingspauschale - im Jahr zuvor war es etwa eine Milliarde.

43 Prozent der Antragsteller wurden als Asylbewerber anerkannt oder genießen aus anderen Gründen Flüchtlingsschutz (bundesweit 38 Prozent).

Der Anteil der Abschiebungen aus NRW steigt dem Bericht zufolge: 2018 waren davon 6603 Personen betroffen - 295 mehr als ein Jahr zuvor. Mit einem Anteil von fast 28 Prozent an allen bundesweiten Abschiebungen ist die Quote in NRW überdurchschnittlich hoch (2017: 26 Prozent).

Eigentlich wären in NRW rund 70.700 Personen ausreisepflichtig. Hauptherkunftsländer sind Serbien, Albanien, der Kosovo und der Irak. Allerdings werden mehr als 55.000 formal Ausreisepflichtige aus humanitären Gründen geduldet.

Deutlich weniger freiwillige Ausreisen

2018 verließen 4815 abgelehnte Asylbewerber mit finanzieller Unterstützung freiwillig NRW (Symbolbild).
2018 verließen 4815 abgelehnte Asylbewerber mit finanzieller Unterstützung freiwillig NRW (Symbolbild).

HERKUNFTSLÄNDER: Sowohl die Bundes- als auch die Landesstatistik weist Syrien mit mehr als einem Fünftel aller Neuzugänge als Hauptherkunftsland aus. Bundesweit kamen über 30 000 Erstantragsteller aus Syrien, davon entfielen fast 7200 auf NRW.

Zu den fünf Hauptherkunftsländern zählten bundes- wie landesweit der Irak, Iran, Afghanistan und die Türkei. In NRW nimmt die Türkei aber mit fast elf Prozent der Neuzugänge (rund 3300) den zweiten Rang ein, bundesweit hingegen mit nur rund sieben Prozent (rund 10 300) den fünften Platz.

FREIWILLIGE AUSREISEN: Die Zahl der mit bundesweiten Förderprogrammen unterstützten freiwilligen Ausreisen hat bundes- wie landesweit drastisch abgenommen. Wurden 2017 noch 11 355 freiwillige Ausreisen aus NRW gefördert (rund 38,5 der bundesweiten Fälle), waren es 2018 nur noch 4815 (rund 30,2 Prozent).

Die Innenminister der Länder hatten diese Entwicklung im vergangenen Jahr unter anderem damit begründet, dass viele Menschen aus wirtschaftlichen Gründen kämen, die nur schwer zur Rückkehr zu bewegen seien.

ABSCHIEBUNGEN: Der Anteil der Abschiebungen aus NRW steigt: 2018 waren davon 6603 Personen betroffen - 295 mehr als ein Jahr zuvor. Mit einem Anteil von fast 28 Prozent an allen bundesweiten Abschiebungen ist die Quote in NRW überdurchschnittlich hoch (2017: 26 Prozent).

Die größte Gruppe stellen die nach Albanien Abgeschobenen (1026 oder rund 16 Prozent), gefolgt von Serbien (561 - 8,5 Prozent) und Makedonien (509 - 7,7 Prozent).

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