Asylbewerber gestehen angebliche Straftaten aus Angst vor Abschiebung

Aus Angst vor einer Abschiebung erfinden viele Asylbewerber angebliche Straftaten. (Symbolbild)
Aus Angst vor einer Abschiebung erfinden viele Asylbewerber angebliche Straftaten. (Symbolbild)  © DPA

Düsseldorf - Aus Angst vor einer Abschiebung bezichtigen sich immer wieder Flüchtlinge, in ihrem Heimatland schwere Straftaten begangen zu haben - häufig sind die Geschichten aber nur ausgedacht.

Das Phänomen ist in mehreren Bundesländern bekannt. In nahezu allen Staatsanwaltschaften Nordrhein-Westfalens habe es schon Ermittlungen nach derartigen Behauptungen gegeben, erklärte etwa ein Sprecher des NRW-Justizministeriums.

Hintergrund: Wenn im Heimatland die Todesstrafe droht, gilt dies in Deutschland als Abschiebehindernis. Fälle vermelden zum Beispiel auch Bayern, Hessen und Sachsen.

Der Geschäftsführer des Flüchtlingsrats Schleswig-Holstein, Martin Link, spricht von einem "Reflex auf die zunehmend restriktive deutsche und europäische Flüchtlingsablehnungs-Politik". "Wenn die katastrophale Wirklichkeit bestehender Verfolgungstatbestände und Kriegsgräuel schon nicht ausreicht, Flüchtlingsschutz zu erhalten (...), dann versuchen Betroffene in ihrer Not andere Wege", erklärte Link.

Solche "irregeleiteten individuellen Strategien, im Asylverfahren irgendwie zu bestehen" seien demnach von deutscher Politik und Verwaltungspraxis auch hausgemacht.


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