Coronavirus: Die Lage in Köln, Bonn und NRW

Berlin/Düsseldorf – Die Zahl der nachgewiesenen Infektionen mit dem Coronavirus ist in Nordrhein-Westfalen auf 101 gestiegen.

Bis Dienstagmorgen wurden in NRW 101 Infektionen mit dem Coronavirus nachgewiesen (Archivbild).
Bis Dienstagmorgen wurden in NRW 101 Infektionen mit dem Coronavirus nachgewiesen (Archivbild).  © Bernd Thissen/dpa

Das teilte das Robert Koch-Institut am Dienstag (Stand 10.00 Uhr) mit.

Damit liegt NRW mit Abstand an der Spitze der Bundesländer. Am Tag zuvor waren zum gleichen Zeitpunkt 86 Fälle in Nordrhein-Westfalen bekannt.

Deutschlandweit lag die Zahl der bestätigten Coronavirus-Infektionen am Dienstagmorgen bei 188 Fällen.

Die Zahl der nachgewiesenen Infektionen im besonders betroffenen Kreis Heinsberg lag am Dienstagmorgen bei 84, wie ein Sprecher des Kreises mitteilte.

Am Vortag (13.00 Uhr) waren dort 78 infizierte Menschen bekannt.

Nach bisherigen Informationen ist nur ein Mann schwer am Coronavirus erkrankt. Dabei handelt es sich um den mutmaßlich Erstinfizierten (47), der in der Uniklinik Düsseldorf behandelt wird.

Mehrere Städte haben bereits spezielle Zentren eingerichtet. In Köln gibt es wegen des neuartigen und noch recht unbekannten Virus ein Infektionsschutzzentrum auf dem Campus der Uniklinik. Alle Infos und News zum Coronavirus findest Du hier.

Update, 17.10 Uhr: Weiterer Corona-Fall in Köln

Die Stadt Köln meldete am Dienstagnachmittag einen sechsten bestätigten Fall einer Corona-Infektion. Die Person habe wahrscheinlich keinen Kontakt zu Personen in Heinsberg gehabt. Die Infektionskette der Person sei noch ungeklärt, könnte aber aus dem Ausland stammen, hieß es.

Von den 23 Feuerwehrleuten ist bisher ein weiterer Fall positiv getestet worden. Insgesamt sind drei Kölner Feuerwehrleute betroffen. Sie leben nicht in Köln und hatten Kontakt mit Menschen aus dem Kreis Heinsberg.

Die Stand Dienstagnachmittag sechs infizierten Menschen hätten bisher insgesamt 171 Kontaktpersonen benannt. Davon leben laut Stadt Köln 47 Personen in Köln.

Die übrigen 124 Kontaktpersonen wurden an die zuständigen Gesundheitsämter der jeweiligen Wohnortgemeinden gemeldet.

Umgekehrt werden 35 Kölner als Kontaktpersonen betreut, die der Stadt Köln von anderen Gesundheitsämtern aufgrund dortiger Fälle gemeldet wurden.

Aktuell befinden sich somit laut Stadt Köln 82 Kölner in Corona-Quarantäne.

Update, 17.05 Uhr: In Bonn gibt es elf neue Verdachtsfälle

In Bonn sind elf neue Verdachtsfälle aufgetreten, aktuell ist ein bereits bekannter Fall bestätigt.

Im Fall des Unternehmens in Endenich mit einer Mitarbeiterin aus Köln, bei der das Coronavirus bestätigt wurde, zeigen fünf Krankheitssymptome. Bei sechs anderen Fällen stehen Menschen ebenfalls unter Verdacht und werden untersucht.

Bei ihnen handelt es sich um begründete Verdachtsfälle.

Für die Clemens-August-Schule in Bonn-Poppelsdorf liegen zwischenzeitlich 220 Abstriche vor, teilte die Stadt Bonn mit. Alle sind negativ. Das Gesundheitsamt stehe täglich mit den Kindern und Mitarbeitern der Schule in Kontakt, die unter häuslicher Quarantäne stehen, hieß es.

Update, 15.23 Uhr: Neue Info-Hotline in NRW zum Thema Coronavirus

Das Bürgertelefon zum Thema Coronavirus der NRW-Landesregierung hat eine neue Nummer

Das teilte das Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales in Nordrhein-Westfalen am Dienstag mit.

Die neue Rufnummer lautet 0211 / 9119 1001. Wegen der großen Nachfrage musste die Telefonnummer aus technischen Gründen geändert werden, hieß es.

Das Bürgertelefon sei montags bis freitags von 8.00 bis 18.00 Uhr geschaltet. Die Ansprechpartner am Bürgertelefon beantworten allgemeine Fragen zum Corona-Virus und zur Vorbeugung.

Bei medizinischen Fragen sollten sich Bürger an den Hausarzt wenden. Ein Besuch in der Praxis oder im Krankenhaus sollte unbedingt vorher telefonisch angekündigt werden.

Die Stadt Köln hat ebenfalls eine Themenseite im Internet eingerichtet. Das Bürgertelefon der Stadt Köln zum Coronavirus ist unter 0221 / 221-33500 erreichbar.

Update, 15.19 Uhr: Coronavirus trifft NRW-Wirtschaft

Deutliche Einbußen hätten Tourismus, Logistik und das Messewesen zu verkraften, sagte NRW-Wirtschaftsminister Andreas Pinkwart (FDP) am Dienstag in Düsseldorf. "Die Verluste durch abgesagte Reisen und Messen lassen sich kaum kompensieren."

Betroffen seien auch Unternehmen, die auf Zulieferungen aus China angewiesen seien. Deutschlands größter Schlachtbetrieb Tönnies spürt nach eigenen Angaben bereits eine nachlassende Nachfrage aus China, konnte aber noch keine konkreten Zahlen nennen.

"Corona ist konjunkturell die große Unbekannte", sagte Pinkwart bei der Vorlage des aktuellen Konjunkturberichts für NRW.

"Seriös beziffern lässt sich das nicht." Das Virus treffe die Wirtschaft aber "zu Beginn einer Erholung und damit in einer sensiblen Phase". In Köln wurden unter anderem die "Fibo" und die "Internationale Eisenwarenmesse" verlegt, in Düsseldorf die "Pro Wein". In Leipzig wurde auch die "Leipziger Buchmesse" abgesagt.

Update, 15.17 Uhr: Reisender aus Abu Dhabi in Düsseldorf ist nicht mit Coronavirus infiziert

Ein aus Abu Dhabi kommender in Düsseldorf gelandeter Brite ist entgegen eines ersten Tests offenbar doch nicht mit dem Coronavirus infiziert. Das teilte die Stadt Düsseldorf am Dienstag auf Basis eines weiteren Tests mit. Der Mann hatte sich vor seinem Abflug testen lassen und während des Fluges das Ergebnis erhalten, er sei infiziert. Ein weiterer Test habe nun das Gegenteil ergeben. Der Brite könne daher seine Weiterreise in die Heimat fortsetzen.

Update, 13.21 Uhr: Schulen und Kitas im Kreis Heinsberg bald wieder geöffnet?

Im vom Coronavirus besonders betroffenen Kreis Heinsberg könnten Schulen und Kindergärten ab nächsten Montag (9. März) wieder öffnen. Dahin gehe die Tendenz, teilte der Kreis Heinsberg am Dienstag mit. Eine endgültige Entscheidung wolle der Krisenstab im Laufe der Woche treffen.

Einzige Ausnahme wäre der Kindergarten in Gangelt-Breberen, in dem die Frau des Erstinfizierten arbeitet. Die Quarantänezeit laufe dort noch bis zum 10. März. Vier Kinder dieser Einrichtung hatten sich mit dem Virus infiziert.

Update, 12.31 Uhr: Auswirkungen auf NRW-Wirtschaft noch unbekannt

Der größte Teil der nordrhein-westfälischen Unternehmen spürt nach Erkenntnissen des Wirtschaftsministeriums noch keine Auswirkungen der Coronavirus-Krise. Deutliche Einbußen hätten allerdings Tourismus, Logistik und das Messewesen zu verkraften, sagte NRW-Wirtschaftsminister Andreas Pinkwart (FDP) am Dienstag in Düsseldorf. Gleiches gelte für Unternehmen, die auf Zulieferungen aus China angewiesen seien.

"Corona ist konjunkturell die große Unbekannte", sagte der Minister bei der Vorlage des aktuellen Konjunkturberichts für NRW. "Seriös beziffern lässt sich das nicht."

Update, 11.50 Uhr: Entwarnung in der JVA Köln

Patienten in einem Wartezimmer.
Patienten in einem Wartezimmer.  © Sina Schuldt/dpa

Der Coronavirus-Verdachtsfall in der Justizvollzugsanstalt Köln hat sich nicht bestätigt. Der Test auf das neuartige Virus bei einem Gefangenen sei negativ ausgefallen, sagte die Leiterin der JVA Ossendorf, Angela Wotzlaw, am Dienstag.

Alle vorsichtshalber verhängten Maßnahmen seien wieder aufgehoben worden.

Ein 27 Jahre alter Inhaftierter hatte am Sonntagabend über Fieber geklagt. Daraufhin hatte die JVA das Gebäude, in dem er untergebracht ist, vorübergehend abgeriegelt.

Die 79 Gefangenen mussten bis zur Entwarnung auf den Hofgang verzichten und durften die Sammelduschen nicht benutzen.

Kölner OB Reker fordert Lösungen für Großveranstaltungen.

Kölns parteilose Oberbürgermeisterin Henriette Reker (63) wandte sich an die Landesregierung. Von der wünsche sie sich eine Koordination mit Blick auf Großveranstaltungen: "Insellösungen" machten nur wenig Sinn. "Derzeit sind die Veranstalter mit dem Gesundheitsamt im Austausch und es wird im Einzelfall entschieden", so Reker.

Wegen des Coronavirus kam es in vielen Supermärkten in NRW zu Hamsterkäufen (Archivbild).
Wegen des Coronavirus kam es in vielen Supermärkten in NRW zu Hamsterkäufen (Archivbild).  © Rene Traut/dpa

Titelfoto: Bernd Thissen/dpa

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