Das steckt wirklich hinter den zahlreichen Zugausfällen in NRW

Düsseldorf – Wie in vielen anderen Branchen fehlen auch im Schienenverkehr Fachkräfte. Die wachsende Konkurrenz auf der Anbieter verschärft auch den Kampf um Lokführer. Trotzdem gibt es auch Schulterschluss.

Hinter den Zugausfällen steckt ein fundiertes Problem.
Hinter den Zugausfällen steckt ein fundiertes Problem.  © DPA

Kranke Lokführer, gestrichene Zugverbindungen und genervte Pendler: Hinter so manchem Zugausfall in Nordrhein-Westfalen steckt auch branchenweiter Lokführermangel.

"Wir haben zu lange am Limit gearbeitet, dann kann schon eine Kleinigkeit das zu eng geplante System zusammenbrechen lassen", sagte Peter Stemmler, Mitglied bei der Gewerkschaft der Lokführer und Betriebsrat bei der Nordwestbahn der Deutschen Presse-Agentur.

Das Unternehmen war vor kurzem vom Verkehrsverbund Rhein-Ruhr abgemahnt worden, weil immer wieder Züge ausfallen.

Als Grund gibt die Nordwestbahn einen hohen Krankenstand an. Laut Stemmler stecken hinter Fällen wie diesen auch eine zu knappe Besetzung der Dienststellen.

"Fehlt in unserem anstrengenden Schichtjob die Wertschätzung, sind die Leute nicht mehr bereit wie zuvor Extraschichten zu fahren und trotz Krankheit zum Dienst zu kommen", erklärt Stemmler. Mit fehlenden Bewerbern auf freie Stellen hätten die meisten Eisenbahnunternehmen in Nordrhein-Westfalen zu kämpfen.

Man bewege sich in einem schwierigen Bewerbermarkt, heißt es bei der NWB. Mit einer gemeinsamen Kampagne versuchen sieben in NRW fahrende Eisenbahnunternehmen inzwischen im Schulterschluss geeignete Berufs- oder Quereinsteiger anzuwerben.

Ein leerer Stuhl im Fahrstand einer Lokomotive.
Ein leerer Stuhl im Fahrstand einer Lokomotive.  © DPA

Titelfoto: DPA

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