Der Bieber wird in NRW wieder heimisch

Düsseldorf – Der Biber breitet sich zur Freude der Naturschützer in Nordrhein-Westfalen aus.

In NRW gibt es wieder mehr als 1000 Bieber.
In NRW gibt es wieder mehr als 1000 Bieber.  © Patrick Pleul/dpa

"Wir reden derzeit über mehr als 1000 Individuen", teilte das Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz NRW auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur mit.

Landesweit habe es schon 2018 ungefähr 340 Biberreviere gegeben.

Damit kehrt der Biber vielerorts in seinen angestammten Lebensraum zurück. Im 19. Jahrhundert hatten Jäger die seit vielen Millionen Jahren in Europa heimischen Biber fast schon in ganz Deutschland ausgerottet - bis 1966 die ersten Wiederansiedlungen starteten.

Nordrhein-Westfalen setzte ab dem Jahr 1981 zwölf Biber in der Eifel aus und ab dem Jahr 2002 weitere 26 im nördlichen Rheinland. Auch einige Artgenossen aus den Niederlanden dürften sich auf den Weg nach NRW gemacht haben.

Nach früheren Angaben hatte sich dann der Bestand in NRW in den Jahren 2010 bis 2015 auf rund 750 Biber verdoppelt. "Der Biber breitet sich glücklicherweise wieder von allein in Nordrhein-Westfalen aus", sagte der Landesvorsitzende des Bundes für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) NRW, Holger Sticht.

Bieber erfüllen wichtige Funktionen

Bieber nehmen als Dammbauer auch eine wichtige Rolle beim Klimaschutz ein.
Bieber nehmen als Dammbauer auch eine wichtige Rolle beim Klimaschutz ein.  © 123rf/Elena Podolnaya

"Der Biber ist so eine Art natürlicher Wasserbauingenieur", erklärte Sticht. Das Tier sorge mit Dämmen dafür, dass Flächen unter Wasser stehen. "Das führt dazu, dass die biologische Vielfalt regelrecht explodiert."

Andere Arten profitierten von den Wasserflächen. Dazu gehörten Libellen, die teilweise sogar abhängig vom Biber seien. Zudem schaffe er offene Wiesen, die auch für Insekten wichtig seien.

Auch aus dem Blickwinkel des Klimaschutzes und des Hochwasserschutzes hat der Biber nach Ansicht von Sticht eine wichtige Rolle. Wasser werde durch seine Dämme an vielen Stellen zurückgehalten, statt schnell und gefährlich von den Flächen abzufließen. Zudem könnten sich Moore und Sümpfe entwickeln, die CO2 speichern.

Titelfoto: Patrick Pleul/dpa