In NRW soll es keine Grabsteine aus Kinderarbeit mehr geben

Düsseldorf – Eine strenge Zertifizierungspflicht soll dafür sorgen, dass auf nordrhein-westfälischen Friedhöfen keine Grabsteine mehr aufgestellt werden, an denen Kinder gearbeitet haben.

Tausende Kinder hauen in indischen Steinbrüchen Steine für den europäischen Markt (Archivbild).
Tausende Kinder hauen in indischen Steinbrüchen Steine für den europäischen Markt (Archivbild).  ©  Doreen Fiedler/dpa

Das regelt ein neuer Runderlass der Landesregierung, der zu Jahresbeginn wirksam wird.

"Anerkannte Zertifizierungsstellen können damit gesetzlich verbindlich entscheiden, ob Grabsteine mit hinreichender Wahrscheinlichkeit ohne schlimmste Formen von Kinderarbeit hergestellt worden sind oder nicht", erläuterte das NRW-Arbeitsministerium. Anerkannt wurde bislang eine Agentur aus Hannover.

Die neue Zertifizierungspflicht gelte für Grabmäler und Grabeinfassungen aus Naturstein, die aus China, Indien, den Philippinen oder Vietnam importiert werden.

Verstöße können demnach mit bis zu 3000 Euro Geldbuße geahndet werden. Für die Umsetzung sind die Friedhofsträger verantwortlich, also Kommunen und Religionsgemeinschaften.

Eine Zertifizierungspflicht gegen Kinderarbeit ist eigentlich schon seit Jahren im Bestattungsgesetz enthalten.

Woher die deutschen Grabsteine kommen

Grundlage war ein Gutachten der Hochschule Düsseldorf von 2016, das Kinderarbeit in Steinbrüchen der vier Länder belegt oder zumindest nicht ausschließt. China, Indien, die Philippinen und Vietnam gehören der Studie zufolge zu den Hauptlieferanten von Natursteinen nach Deutschland.

Mit dem neuen Erlass werde das Verfahren nun endgültig "scharfgestellt", unterstrich Arbeitsminister Karl-Josef Laumann (CDU).

"Wir dürfen nicht wegsehen. Kinder brauchen unseren Schutz." Schlimmsten Formen der Ausbeutung werde damit ein Riegel vorgeschoben.

Titelfoto: Doreen Fiedler/dpa


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