Erste Kältetote nach eiskalten Nächten in NRW

Berlin/Düsseldorf – Bereits vier obdachlose Menschen sind in Nordrhein-Westfalen in diesem Winter nach Recherchen der Bundesarbeitsgemeinschaft für Wohnungslosenhilfe auf der Straße gestorben.

Ein Obdachloser schläft bei eiskalten Temperaturen vor einer Bankfiliale in Köln.
Ein Obdachloser schläft bei eiskalten Temperaturen vor einer Bankfiliale in Köln.  © DPA

Bundesweit zählt die Arbeitsgemeinschaft zehn Kältetote. Dazu komme ein weiterer Verdachtsfall, sagte Geschäftsführerin Werena Rosenke.

Vor allem die kalten Nächte im Oktober und November seien für Obdachlose ein Problem gewesen. In dieser Zeit seien zwei Männer in Düsseldorf, einer in Köln und einer in Essen gestorben.

Da von Bund, Ländern und Kommunen keine offiziellen Statistiken zu Kältetoten geführt würden, sei die Definition nicht immer einfach, sagte Rosenke. Die Arbeitsgemeinschaft stütze sich bei ihrer bundesweiten Zählung auf Medienberichte.

"Es geht dabei um Menschen, die auf der Straße durch die Einwirkung von Kälte gestorben sind", erläuterte sie. "Auch Herzversagen kann dabei mit Unterkühlung zusammenhängen."

Oft würden Obduktionsberichte aber gar nicht öffentlich - oder gar keine Untersuchungen zu den Todesursachen veranlasst.

Früher 20 bis 30 Fälle pro Jahr

Durch Maßnahmen wir Kältebusse oder Winterübernachtungsstätten konnte die Zahl an Kältetoten gesenkt werden (Symbolbild).
Durch Maßnahmen wir Kältebusse oder Winterübernachtungsstätten konnte die Zahl an Kältetoten gesenkt werden (Symbolbild).  © DPA

Die Arbeitsgemeinschaft zählt Kältetote in Deutschland seit dem Beginn der 1990er Jahre. 314 Fälle seien seitdem dokumentiert, berichtete Rosenke. Bei 38 weiteren Menschen bestehe der Verdacht, dass Unterkühlung mit zur Todesursache gehörte.

Früher seien pro Jahr 20 bis 30 Fälle bekannt geworden. "Es hat etwas gebracht, dass es in vielen Großstädten jetzt Kältebusse oder Kältepatrouillen gibt", sagt Rosenke. Auch Kältetelefone, über die Bürger Hilfe rufen können, wenn sie Obdachlose nachts draußen sehen, seien eine Hilfe.

Kälte kann für Menschen lebensgefährlich werden, weil der Körper nach und nach auskühlt und wichtige innere Organe versagen.

Titelfoto: DPA


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