WM-Aus für Bierbranche bitter: 40 Millionen Euro gehen verloren

Düsseldorf – Angeheuerte Kellner, ausgeliehene große Leinwände, gekaufte Fernseher und gehortetes Bier – alles umsonst.

Die Stimmung ist nach dem Aus für Deutschland auf dem Tiefpunkt.
Die Stimmung ist nach dem Aus für Deutschland auf dem Tiefpunkt.  © DPA

Für die Gastwirte in Nordrhein-Westfalen ist das unerwartet frühe WM-Aus der deutschen Fußball-Nationalelf nicht nur enttäuschend, es richtet bei vielen auch einen empfindlichen wirtschaftlichen Schaden an.

Die Bierbranche rechnet nach einer Unternehmensschätzung damit, dass ihr 40 Millionen Euro an möglichem Mehrumsatz durch die Lappen gehen.

Bei einem Weiterkommen des deutschen Teams hätte es in der zweiten WM-Hälfte erfahrungsgemäß ein zusätzliches Absatzpotenzial von etwa 400.000 Hektoliter für die hiesige Braubranche gegeben, sagte der Sprecher der Privatbrauerei Veltins, Ulrich Biene, am Donnerstag in Meschede.

"Das Rudelgucken wird mangels weiterer Spiele der deutschen Nationalmannschaft von den Fans ersatzlos gestrichen", schilderte Biene die Erfahrungen bei früheren Turnieren.

Damit falle der "Abverkaufs-Turbo" für Bier durch die Fußball-WM in den nächsten Wochen aus. Im Mai hatte die Braubranche auch durch Effekte im Vorfeld der WM noch hohe Bierabsätze erzielt.

Public Viewing wird mangels weiterer Spiele der deutschen Nationalmannschaft von den Fans gestrichen.
Public Viewing wird mangels weiterer Spiele der deutschen Nationalmannschaft von den Fans gestrichen.  © Charlotte Geille

Ernüchterung auch bei den Wirten: "Natürlich liegt das Risiko immer beim Gastronomen, aber die Verärgerung und der Frust sind schon ziemlich groß", sagte Thorsten Hellwig, der NRW-Sprecher des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbands (Dehoga).

Nordrhein-Westfalens Wirte hofften nun auf einen langen und warmen Sommer für Biergärten, Strandbars und Terrassen. "Wir hatten auf Sonne plus Fußball gesetzt. Die Rechnung ohne den Fußball geht so aber nicht mehr auf", sagte Hellwig.

Das Aus setzt auch dem Handel zu: "Schade Deutschland" heißt es unter anderem beim Kaufhof in der Überschrift zu einer neuen Rabattaktion.

Die Warenhauskette reduzierte am Tag nach dem Aus für das deutsche Team die Preise für die gesamte offizielle DFB-Kollektion deutlich.

Reduziert wird auch das Programm des einen oder anderen Public Viewings, zum Beispiel in Dortmund. Das dortige Deutsche Fußballmuseum wollte alle Spiele mit deutscher Beteiligung und das Finale zeigen.

Nach wie vor verspricht dagegen zum Beispiel das Düsseldorfer Rheinufer Atmosphäre: Dort werden alle Spiele der WM übertragen.

Titelfoto: DPA


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