Salafisten-Szene nach Schlag gegen Abu Walaa geschwächt?

Der wegen Unterstützung und Mitgliedschaft in einer ausländischen terroristischen Vereinigung angeklagte Abu Walaa muss sich derzeit vor dem Oberlandesgericht in Celle (Niedersachsen) verantworten.
Der wegen Unterstützung und Mitgliedschaft in einer ausländischen terroristischen Vereinigung angeklagte Abu Walaa muss sich derzeit vor dem Oberlandesgericht in Celle (Niedersachsen) verantworten.  © DPA

Düsseldorf/Hannover - Die Sicherheitsbehörden in Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen sehen die Salafistenszene nach dem Schlag gegen Hassprediger Abu Walaa vor gut einem Jahr geschwächt.

Die Festnahme und Anklage des Hasspredigers und seines Netzwerks habe zu einer Phase der Verunsicherung bei den radikalen Islamisten geführt, teilte das Innenministerium in Düsseldorf mit.

Salafisten betätigten sich zunehmend nicht öffentlich, sondern hielten Treffen und Ideologieschulungen in privaten Räumen ab. Mit allen Mitteln gingen die Behörden dennoch weiterhin gegen gewaltbereite Islamisten vor.

Auch der Verfassungsschutz in Niedersachsen spricht von einer "empfindlichen Schwächung der dschihadistisch-salafistischen Szene" durch den erhöhten staatliche Verfolgungsdruck und die Festnahme von Abu Walaa und seines Netzwerkes.

"Eine vergleichbare charismatische Führungsperson wie Abu Walaa ist für Niedersachsen, aber auch darüber hinaus, im Moment nicht erkennbar", sagte ein Sprecher der Behörde. Grundsätzlich beobachte der Verfassungsschutz aber nach wie vor vielfältige Aktivitäten der salafistischen Szene, die zunehmend über das Internet und in Kleingruppen agiere.

Während es in NRW einen zuletzt nur noch geringen Anstieg der Zahl der Salafisten auf etwa 3000 gab, kletterte die Zahl in Niedersachsen von 680 zu Jahresbeginn auf gegenwärtig rund 800.

Vor dem Oberlandesgericht Celle müssen sich Abu Walaa und vier mutmaßliche Helfer derzeit wegen der Unterstützung und Mitgliedschaft in der Terrormiliz Islamischer Staat verantworten.

Sie sollen junge Menschen insbesondere im Ruhrgebiet und in Hildesheim islamistisch radikalisiert und in die IS-Kampfgebiete geschickt haben.

Titelfoto: DPA


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