SEK-Einsatz: Frau verletzt Gerichtsvollzieher mit ätzender Flüssigkeit

Düsseldorf – Ein Spezialeinsatzkommando ist am Mittwochmorgen gegen eine 50-jährige Frau vorgegangen, die sich in ihrer Düsseldorfer Wohnung verschanzt hatte. Drei Personen wurden verletzt.

Die 50-jährige Frau wird von Polizisten aus dem Haus geführt.
Die 50-jährige Frau wird von Polizisten aus dem Haus geführt.  © DPA

Gegen 11.25 Uhr wurde die Frau aus dem Haus geführt, wie ein Polizeisprecher sagte.

Sie soll vorher unter anderem einen Gerichtsvollzieher angegriffen haben.

Laut Feuerwehr versorgte der Rettungsdienst drei Leichtverletzte, die in Krankenhäuser gebracht worden seien.

Medienberichte, wonach die Frau die Opfer mit Säure attackiert haben soll, konnte der Polizeisprecher zunächst nicht bestätigen.

Vor Ort waren SEK-Kräfte zu sehen, die Säureschutz-Anzüge trugen. Es wurden laut Polizei auch Schüsse gehört, die von einer Gaspistole stammen könnten.

Update, 12.34 Uhr: Frau hatte Gerichtsvollzieher mit einer unbekannten Flüssigkeit angegriffen

Ein Beamter des Spezialeinsatzkommandos läuft aus dem Haus.
Ein Beamter des Spezialeinsatzkommandos läuft aus dem Haus.

Wie die Polizei soeben mitteilte, hatte die Frau in einem Haus an der Further Straße einen Gerichtsvollzieher mit einer Flüssigkeit angegriffen.

Ob es sich dabei um Säure handelte, ist noch unklar. Der Mann befindet sich derzeit in einem Krankenhaus. Noch ist nicht bekannt, wie schwer er verletzt worden ist.

Als kurz danach Polizisten am Tatort eintrafen, wurden sie mit einer Waffe von der 50-Jährigen bedroht. Spezialkräfte nahmen die mutmaßliche Täterin dann gegen 11 Uhr in ihrer Wohnung fest.

Zwei Nachbarn wurden durch Reizstoffe im Treppenhaus leicht verletzt. Zu den Hintergründen der Tat ist noch nichts bekannt.

Update, 15.26 Uhr: Frau hatte wohl psychische Probleme

Rettungskräfte stehen vor dem Haus in Düsseldorf.
Rettungskräfte stehen vor dem Haus in Düsseldorf.

Polizei und Rettungsdienst waren gegen 8.41 Uhr alarmiert worden: Eine Person habe «Säure im Gesicht», so die erste Meldung. Auch Schüsse seien gefallen, so Nachbarn gegenüber der Polizei. Was genau in diesen Minuten passierte, wird noch ermittelt.

Fest steht laut einem Polizeisprecher, dass die Verdächtige einen 45-jährigen Gerichtsvollzieher vor ihrer Wohnungstür mit einer ätzenden Flüssigkeit angegriffen und verletzt hatte. Ob es Säure oder zum Beispiel ein Reinigungsmittel war, sei noch nicht geklärt, so die Polizei am Mittwochnachmittag.

"Bei Eintreffen der Polizei wurden die Beamten dann von der Frau mit einer Waffe bedroht", berichtete der Sprecher. Mutmaßlich handelte es sich um eine Gas- oder Tränengaspistole, mit der die Frau im Treppenhaus schoss. Zwei Anwohner wurden dort Polizei-Angaben zufolge durch "Reizstoffe" leicht verletzt.

Da die Frau sich alleine in ihre Wohnung zurück zog und die Brisanz der Situation unklar war, wurde ein Spezialeinsatzkommando zu Hilfe gerufen.

Gerichtsvollzieher nur leicht verletzt

Ein Spezialeinsatzkommando bereitet sich vor dem Haus in Düsseldorf auf einen Einsatz vor.
Ein Spezialeinsatzkommando bereitet sich vor dem Haus in Düsseldorf auf einen Einsatz vor.

Die Beamten des SEK rüsteten sich mit Schutzmasken und säurefesten Anzügen unter ihren Einsatzuniformen aus. Um kurz vor 11 Uhr konnte die Frau nach Angaben der Polizei festgenommen werden. Sie wurde von SEK-Beamten aus dem Haus geführt.

Sie wurde am Mittwochnachmittag noch vernommen. Dabei erhärtete sich laut Polizei der Verdacht, dass die Frau psychische Probleme hat. Sie leidet offenbar unter Wahnvorstellungen und soll in die Psychiatrie eingewiesen werden.

Der Gerichtsvollzieher wurde laut Feuerwehr in eine Spezialklinik gebracht. Er galt zunächst als leicht verletzt. Die ätzende Flüssigkeit hatte ihn offenbar nicht im Gesicht, sondern im Bereich von Armen und Oberkörper getroffen, so die Polizei.

Ob er die Klinik noch am Mittwoch verlassen konnte, blieb zunächst unklar.

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