In NRW werden immer mehr Geldautomaten gesprengt

Düsseldorf – Trotz der jüngeren, teils sehr deutlichen Haftstrafen gegen erwischte Täter nehmen die gefährlichen Sprengungen von Geldautomaten wieder zu. Bis Ende Juni sprengten meist unbekannte Räuber insgesamt 52 Automaten (Stand 26. Juni) in Nordrhein-Westfalen in die Luft.
Wird ein Geldautomat gesprengt, ist der Sachschaden meistens höher als die Beute (Archivbild).
Wird ein Geldautomat gesprengt, ist der Sachschaden meistens höher als die Beute (Archivbild).  © DPA
Im selben Zeitraum des vergangenen Jahres waren es nach Angaben des NRW-Landeskriminalamtes 49 Geldautomaten. Im gesamten Jahr 2017 schlugen Räuber insgesamt 92 Mal zu - teils erfolgreich, teilweise Dutzende Male aber auch ohne Beute zu machen.

Die Zahl der Sprengungen bereitet den Ermittlern Sorgen.

"Es gab am Jahresanfang noch vergleichsweise weniger Sprengungen, aber das hat sich trotz der Urteile in den vergangenen Wochen wieder etwas geändert", sagte ein LKA-Sprecher.

Zuletzt hatte das Bonner Landgericht im vergangenen April einen Geldautomaten-Sprenger zu achteinhalb Jahren Haft verurteilt. Der damals 28-Jährige hatte nach Überzeugung des Gerichts als Mitglied einer Bande in zwei Fällen Automaten in Bonn Bad-Godesberg sowie in Wachtendonk gesprengt und dabei insgesamt rund 125.000 Euro erbeutet.

Zerstört werden die Automaten meistens, indem Gas eingeleitet und angezündet wird. Allein in der Nacht zum Donnerstag versuchten es Räuber in NRW an mindestens drei verschiedenen Orten. In Iserlohn flüchteten die Täter ohne Beute (TAG24 berichtete).

Die Ermittler haben oft organisierte Banden wie die sogenannte Audi-Bande aus den Niederlanden in Verdacht. Teilweise erbeuten die Täter hohe Summen, in den meisten Fällen liegt die Höhe des angerichteten Sachschadens sogar noch über der Summe der Beute.

In diesem Fall in Verl Ende Mai 2018 sind die Schäden am Gebäude nach einer Sprengung gut sichtbar.
In diesem Fall in Verl Ende Mai 2018 sind die Schäden am Gebäude nach einer Sprengung gut sichtbar.  © DPA

Titelfoto: DPA


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