Immer mehr Folter und Polizeigewalt in der Türkei

Rund 200 Türken demonstrieren im Juni 2013 in Berlin vor der Türkischen Botschaft gegen die gewaltsame Auflösung von Protestkundgebungen in Istanbul.
Rund 200 Türken demonstrieren im Juni 2013 in Berlin vor der Türkischen Botschaft gegen die gewaltsame Auflösung von Protestkundgebungen in Istanbul.  © Ole Spata/dpa

Düsseldorf - Folter in Gefängnissen und Polizeigewalt nehmen in der Türkei nach Beobachtung von türkischen Menschenrechtlern seit der Niederschlagung des Putschversuchs 2016 wieder zu.

"Wir sammeln aus allen Quellen Daten, auch aus den sozialen Medien", sagte die Istanbuler Rechtsmedizinerin Sebnem Korur Financi am Mittwoch am Rande eines internationalen Rechtsmedizin-Symposiums in Düsseldorf der Deutschen Presse-Agentur.

Sie warnte zugleich davor, die Annäherung der Türkei an die Europäische Union aufzugeben. Der Annäherungsprozess habe auch zu neuen Auflagen für die Polizei und die Haftbedingungen in türkischen Gefängnissen geführt, wie etwa regelmäßige ärztliche Untersuchungen der Inhaftierten. "Es ist wichtig, eine Kraft von außen zu haben", sagte die Menschenrechtlerin.

Financi gehört zu den Autorinnen des "Istanbul-Protokolls", das internationale Standards für die Begutachtung und Dokumentation von Folterspuren setzt und auch von den Vereinten Nationen angenommen wurde.

Die türkischen Menschenrechtlerin Sebnem Korur Fincanci setzt sich seit Jahren für die Belange von Folteropfern auch in ihrer Heimat Türkei ein. Gegen sie läuft ein Verfahren in der Türkei.
Die türkischen Menschenrechtlerin Sebnem Korur Fincanci setzt sich seit Jahren für die Belange von Folteropfern auch in ihrer Heimat Türkei ein. Gegen sie läuft ein Verfahren in der Türkei.  © Marius Becker/dpa

Titelfoto: Ole Spata/dpa


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