Die Spätfolgen des Zweiten Weltkriegs: Täglich lauert die Gefahr im Boden

Köln/Düsseldorf - Nahezu jeden Tag wird statistisch gesehen in Nordrhein-Westfalen eine größere Weltkriegsbombe gefunden.

Eine Bombe aus dem Zweiten Weltkrieg.
Eine Bombe aus dem Zweiten Weltkrieg.  © Fredrik von Erichsen/dpa

Das geht aus Zahlen des Innenministeriums für die ersten neun Monate 2019 hervor, die der Deutschen Presse-Agentur vorliegen.

Demnach wurden in dem 273 Tage zählenden Zeitraum 263 Sprengbomben mit einem Gewicht von mindestens 50 Kilogramm entdeckt.

Das ist rund ein Fünftel mehr als im gleichen Zeitraum des Vorjahres, als es 214 Bombenfunde in dieser Kategorie gab.

Damit tauchen 74 Jahre nach Ende des Zweiten Weltkrieges vielerorts immer noch gefährliche Sprengmittel auf.

Nach Ministeriumseinschätzung bewegen sich die Kampfmittelfunde, zu denen auch kleinere Bomben, Granaten, Minen, Handgranaten sowie Munition gehören, wie in den Vorjahren auf einem hohen Niveau.

Die Mitarbeiter des Kampfmittelbeseitigungsdienstes hatten es 2019 bis Ende September mit insgesamt gut 13 600 Fundstücken von der Patrone bis zur schweren Fliegerbombe zu tun.

Weil es vor allem deutlich mehr Granaten- und Handgranatenfunde gab, sind das fast 44 Prozent mehr als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Die Gesamtmasse der in den Funden enthaltenen Explosivstoffe stieg um 8,5 Prozent auf 36 Tonnen.

Gefährliche Bomben werden oft durch Auswerten von Luftbildern entdeckt

Eine britische Fünf-Zentner-Bombe liegt auf einem Lastwagen des Kampfmittelräumdienstes.
Eine britische Fünf-Zentner-Bombe liegt auf einem Lastwagen des Kampfmittelräumdienstes.  © David Young/dpa

Jede zweite größere Bombe wird nach den Daten des Jahres 2018 durch das Auswerten von Luftbildern entdeckt.

Zudem spielt die gestiegene Bautätigkeit auch eine Rolle.

Im vergangenen Jahr gab es rund 34.000 Anfragen an den Kampfmittelbeseitigungsdienst, ob Gefahr bei einer geplanten Baustelle im Boden schlummert.

Die Zahl der Zufallsfunde an Flüssen bei Niedrigwasser ist relativ gering, wie die Landesregierung bereits vor einem Jahr auf eine Kleine Anfrage der SPD mitgeteilt hatte.

An den Ufern des Rheins sei allerdings durch die starke Fließgeschwindigkeit grundsätzlich immer damit zu rechnen, dass neben Schrott gelegentlich auch Kampfmittel angeschwemmt werden können.

Titelfoto: Fredrik von Erichsen/dpa


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