Prozess um Rizin-Bomber: Angeklagter laut Gutachten verhandlungsfähig

Düsseldorf – Im Prozess gegen die mutmaßlichen Rizin-Bombenbauer von Köln ist am Donnerstag ein psychiatrisches Gutachten über einen Angeklagten vorgelegt worden.

Der Angeklagte Sief Allah H. im Gericht.
Der Angeklagte Sief Allah H. im Gericht.  © dpa/Federico Gambarini

Demnach gebe es keine Hinweise auf eine Verhandlungsunfähigkeit des Mannes, erklärte das Gericht. Der Gutachter halte den Angeklagten für voll verhandlungsfähig. Auch ein Amtsarzt hatte diese Ansicht vertreten.

Die Verteidiger hatten bei einer Prozesspause vor einigen Wochen erklärt, ihr Mandat habe wegen der psychischen Belastung durch die Trennung von den Kindern und der eingereichten Scheidung seiner Frau gesundheitliche Probleme.

Der Tunesier Sief Allah H. und seine 43 Jahre alte deutsche Frau Yasmin H. müssen sich wegen Anschlagsvorbereitungen mit einer Biowaffe vor dem Düsseldorfer Oberlandesgericht verantworten.

Sie sollen im vergangenen Jahr einen biologischen Kampfstoff für einen Terroranschlag in Deutschland hergestellt haben.

Beiden Angeklagten drohen bis zu 15 Jahre Haft. Das Paar hatte laut Anklage begonnen, hochgiftiges Rizin aus Tausenden Rizinus-Samen zu gewinnen.

Ein Islamwissenschaftler erklärte am zehnten Verhandlungstag, Bilder und Texte auf dem Handy des Angeklagten verdeutlichten, wie sehr dieser der dschihadistischen Ideologie anhänge. Die Ermittler hatten auf einem Mobiltelefon des Tunesiers 46.000 Bilder mit zum Teil islamistischem Inhalt gefunden.

Einige, darunter auch Bilder von Enthauptungen, wurden am Donnerstag im Prozess gezeigt.

Vor einem Jahr konnte ein Terroranschlag vereitelt werden.
Vor einem Jahr konnte ein Terroranschlag vereitelt werden.  © dpa/Oliver Berg

Titelfoto: Montage: DPA/Oliver Berg, Federico Gambarini

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