Kollegah hat Beef mit Dresdner Firma: Es geht um viel Geld

Düsseldorf - Im Rechtsstreit einer Dresdner Online-Handelsfirma mit Gangster-Rapper Kollegah haben sich beide Seiten am Mittwoch nicht einigen können.

Kollegah, selbsternannter "Boss" und Gangster-Rapper.
Kollegah, selbsternannter "Boss" und Gangster-Rapper.  © DPA

Das Düsseldorfer Landgericht hatte vorgeschlagen, dass die Dresdner Firma 200.000 Euro bekommt.

Kollegahs Anwalt bot aber nur 160.000 Euro. Die Gegenseite hatte 250.000 gefordert.

Nun wollen beide Seiten versuchen, doch noch auf einen gemeinsamen Nenner zu kommen. Ohne Ergebnis und ohne neuen Termin wurde das Verfahren vertagt.

Das Unternehmen hatte Kollegah alias Felix Blume auf 250.000 Euro Schadenersatz verklagt.

In der mündlichen Verhandlung hatten die Dresdner ihre Forderungen zwischenzeitlich auf 410.000 Euro hochgeschraubt.

Kollegah habe die mit dem Unternehmen getroffenen Vereinbarungen nicht eingehalten, argumentierte die Klägerin.

Kollegahs Anwalt bestritt dies: Die Zusammenarbeit sei einvernehmlich beendet worden. Die Forderung sei in der Höhe nicht nachvollziehbar.

Die Handelsfirma gibt an, sie habe mit Kollegah einen Lizenzvertrag abgeschlossen und vornehmlich Kleidung für dessen Marke "Deus Maximus" vertrieben. Im Gegenzug habe Kollegah die Produkte bewerben sollen.

Update, 16.45 Uhr: Wer ist Kollegah?

Die Vorsitzende Richterin betonte, je mehr Zeit vergehe, desto schlechter sei die Ware verkäuflich. "Wir fänden es sinnvoll, das hier zu beenden", sagte sie. Dass der Vertrag einvernehmlich und beiderseitig aufgehoben wurde, glaubte das Gericht dem Anwalt Kollegahs nicht.

Der Musiker selbst war nicht zu dem Prozesstermin erschienen. Er präsentiert sich gern mit Zigarre und Goldkette als umtriebiger und millionenschwerer Geschäftsmann.

So hatte er zuletzt ein Buch ("Das ist Alpha! - Die 10 Boss-Gebote") herausgebracht und in Düsseldorf eine Shisha-Bar eröffnet. Auf Facebook und Instagram folgen ihm jeweils mehr als 1,6 Millionen Anhänger.

Mit seinem Song "0815" mit der Zeile "Mein Körper definierter als von Auschwitz-Insassen" auf dem Album "Jung Brutal Gutaussehend III" hatte er für einen Skandal gesorgt, der ihm Antisemitismus-Vorwürfe einbrachte und schließlich zum Aus für den renommierten Musikpreis "Echo" geführt hatte.

Kollegah hatte danach die KZ-Gedenkstätte Auschwitz besucht und sich beim Thema Holocaust Zurückhaltung auferlegt.

Bei dem Rechtstreit vor Gericht am Mittwoch in Düsseldorf war der Rapper nicht persönlich dabei.
Bei dem Rechtstreit vor Gericht am Mittwoch in Düsseldorf war der Rapper nicht persönlich dabei.  © DPA

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