Bäume oder Ed Sheeran? Düsseldorf muss sich entscheiden

Düsseldorf – Singt er, oder singt er nicht? Ed Sheeran soll am 22. Juli in Düsseldorf vor 85.000 Zuschauern auftreten. Die Tickets sind längst verkauft, aber eine Genehmigung für das Gelände liegt noch immer nicht vor. Es geht um Bäume, die für das Konzert gefällt werden sollen - oder eben nicht. Am Mittwoch soll nun eine Entscheidung fallen.

Ed Sheeran (27) möchte gern in Düsseldorf auftreten. Aber darf er auch? (Archivbild)
Ed Sheeran (27) möchte gern in Düsseldorf auftreten. Aber darf er auch? (Archivbild)  © DPA

Seit Monaten wird heftig um ein Konzert des britischen Popstars Ed Sheeran gestritten, obwohl niemand etwas gegen den sympathischen Briten hat. Es geht um das Gelände, auf das in Düsseldorf 85.000 Menschen strömen sollen.

Der Auftritt des populären Briten ist zum Politikum und machtpolitischen Kräftemessen in der Stadt geworden. Umweltschützer kritisieren, dass über 100 Bäume für ein einziges Konzert weichen sollen.

Die Befürworter sagen, es handele sich um die Premiere für weitere Konzerte einer Größenordnung, für die die nahegelegene Arena zu klein ist.

Die Grünen haben bereits angekündigt, ihre Zustimmung zu verweigern. Damit fehlt Oberbürgermeister Thomas Geisel (SPD) bislang eine Mehrheit.

Am kommenden Mittwoch werden mehrere Ausschüsse des Stadtrats zusammenkommen und entscheiden, ob für Ed Sheeran der geltende Bebauungsplan samt vorgeschriebenem Nutzungszweck außer Kraft gesetzt wird.

Wegen Vögeln: Das Konzert in Essen musste bereits abgesagt werden

Anfang Juni wurden auf dem Gelände Bäume verhüllt, um Vogelbrut zu verhindern.
Anfang Juni wurden auf dem Gelände Bäume verhüllt, um Vogelbrut zu verhindern.  © DPA

Das Konzert steht unter keinem guten Stern - der Parkplatz in Düsseldorf ist bereits eine Ausweichfläche.

Ursprünglich sollte der Popstar auf dem Flugplatz in Essen vor seine gewaltige Fanschar treten. Dann fiel auf, dass dort noch reichlich Bomben-Blindgänger im Boden schlummern könnten und außerdem in den Bäumen die Feldlerchen brüten (TAG24 berichtete).

Letzteres soll in Düsseldorf nicht passieren: Vor wenigen Tagen wurden die Bäume - als hätte Verhüllungskünstler Christo zugeschlagen - in Kunststoffplanen verpackt, damit dort keine Vogelbrut den Spielverderber geben kann.

Bisher wurden schon 60 Bäume auf dem Messeparkplatz ausgegraben und umgepflanzt. Weitere 100 sollen für das Konzert gefällt werden. Deswegen kam es bereits zu Protesten von Baumschützern (TAG24 berichtete).

Baumschützer betonen, die Open-air-Fläche würde sich ohnehin nicht rentieren, denn wegen des Lärms sei nur ein Konzert pro Jahr zulässig. Das mutet kurios an, denn die Fläche liegt in der Einflugschneise des Flughafens und es gibt Sorgen, dass die Maschinen den Barden übertönen könnten.

Über einen etwaigen Plan B möchte Bernd Zerbin vom Konzertveranstalter FKP Scorpio nicht reden: "Drücken Sie uns die Daumen für Mittwoch. Wenn das schiefgeht, müssen wir sehen, wie es weitergeht", sagt er auf Anfrage.


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