Madeira-Drama: Klarheit über NRW-Opfer erst nach Ostern?

Düsseldorf/Funchal – Drei Tage nach dem Busunglück auf Madeira haben die Polizei- und Regierungsbehörden in Nordrhein-Westfalen noch keine konkreten Informationen über Opferzahlen aus dem größten Bundesland.

Bei dem tragischen Busunglück auf Madeira am 17. April starben 29 Menschen.
Bei dem tragischen Busunglück auf Madeira am 17. April starben 29 Menschen.  © Uncredited/SIC/AP/dpa

Nach Angaben der Polizei standen Reisende aus dem Rhein-Erft-Kreis bei Köln auf der Liste des Busunternehmens (TAG24 berichtete). "Wir haben gar keine neuen Erkenntnisse", sagte ein Sprecher der örtlichen Polizeibehörde am Karsamstag.

Ungeklärt ist unter anderem, ob sich die aufgelisteten Personen an dem Unglücksabend am vergangenen Mittwoch tatsächlich in dem Bus befanden.

Auch aus der Düsseldorfer Staatskanzlei und vom zuständigen Landrat gab es keine neuen Informationen zum Stand der Dinge. Die Landesregierung stehe in direktem Austausch mit allen Behörden und werde fortlaufend informiert, hieß es aus Regierungskreisen.

Alle verwiesen aber auf die Hoheit des Auswärtigen Amts bei der Veröffentlichung von Details über Todesopfer und Verletzte.

Rechtsmediziner auf Madeira haben die Autopsie der 29 Todesopfer des Busunglücks zwar abgeschlossen. Allerdings wurden noch Akten mit Fingerabdrücken und zahnärztlichen Daten für eine zweifelsfreie Identifizierung erwartet.

Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur in Düsseldorf rechnen die Behörden in NRW deshalb nicht mit der Veröffentlichung von Opferzahlen über die Osterfeiertage.

Bundeswehr bringt Verletzte nach Deutschland

Am frühen Samstagmorgen ist ein Airbus der Luftwaffe von Köln-Wahn Richtung Madeira gestartet. Er soll dort die Verletzten des Busunglücks aufnehmen und zurück nach Deutschland fliegen, wie die Bundeswehr mitteilte.

Der Airbus A310 MedEvac ist die fliegende Intensivstation der Bundeswehr. Insgesamt können mit dem Flieger 44 Patienten transportiert werden (TAG24 berichtete).

Update, 17.46 Uhr: Verletzte sind in Köln gelandet

Ein Airbus A310 MedEvac der Luftwaffe mit Verletzten des Busunglücks auf Madeira ist am Samstagnachmittag auf dem Flughafen in Köln/Bonn gelandet.
Ein Airbus A310 MedEvac der Luftwaffe mit Verletzten des Busunglücks auf Madeira ist am Samstagnachmittag auf dem Flughafen in Köln/Bonn gelandet.  © DPA

Die meisten Überlebenden der Buskatastrophe von Madeira sind am Karsamstag mit einer Sondermaschine der Bundeswehr in Köln gelandet. Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) begrüßte die Verletzten nach Angaben der Staatskanzlei im militärischen Teil des Flughafens in Köln-Wahn.

Die 15 Verletzten an Bord der Maschine stammen aus dem nordrhein-westfälischen Rhein-Erft-Kreis, dem Ruhrgebiet und vom Niederrhein sowie aus Thüringen, Sachsen-Anhalt und Baden-Württemberg, wie die Stadt Köln mitteilte. Der Rettungsdienst der Domstadt stehe mit seinen Teams und Fahrzeugen für den Weitertransport der unterschiedlich schwer Verletzten bereit.

Mehrere Krankenwagen waren vor der Landung der Maschine im Konvoi zum Flughafen gefahren. Das Flugzeug erreichte Köln nach Angaben der Luftwaffe um kurz nach 17 Uhr.

Die Kölner Oberbürgermeisterin Henriette Reker schickt aus dem Urlaub Genesungswünsche: "Ich wünsche allen Patienten eine schnelle und möglichst vollständige Genesung. Sie sind in der Klinik Merheim bei dem Team um Prof. Bouillon in den besten Händen."

Die Verletzten erreichten per Rettungswagen das Krankenhaus in Köln-Merheim.
Die Verletzten erreichten per Rettungswagen das Krankenhaus in Köln-Merheim.  © privat

Titelfoto: Uncredited/SIC/AP/dpa


WhatsApp Wir bei WhatsApp: 0160 - 24 24 24 0