Täglich zehn Attacken: NRW-Innenminister für Messer-Verbot

Düsseldorf – Nach zahlreichen Bluttaten mit Stichwaffen sollte das Tragen von Messern nach Ansicht von NRW-Innenminister Herbert Reul (CDU) so weit wie möglich verboten werden. Am kommenden Wochenende gibt es am Dortmunder Hauptbahnhof erstmals ein Waffenverbot aufgrund zunehmender Gewalt.

Innenminister Herbert Reul (65) möchte mit Verboten gegen die zunehmende Gewalt in NRW vorgehen.
Innenminister Herbert Reul (65) möchte mit Verboten gegen die zunehmende Gewalt in NRW vorgehen.  © Bild-Collage dpa/dpa

Eine Messerattacke in Lünen, eine aufsehenerregende Bluttat in Viersen (TAG24 berichtete), Verletzte hier und Tote dort. Messerattacken werden für die Polizei in NRW zunehmend zu einem gefährlichen Problem. Innenminister Herbert Reul will mit einem Verbot dagegen vorgehen.

"Da, wo man es kann, sollte man das Mitführen von Messern verbieten", sagte er der Rheinischen Post. "Wir haben in NRW schon jetzt täglich mehr als zehn Vorfälle mit Messern."

Das Land hat bereits angekündigt, ab 2019 Gewalttaten mit Messern statistisch erfassen zu lassen. Bislang werden in der bundeseinheitlich abgestimmten Kriminalitätsstatistik Verbrechen mit Stichwaffen - im Gegensatz zu Schusswaffen - nicht gesondert erfasst.

"Früher gab es die Faust, heute ist es das Messer, das rausgeholt wird", sagte Reul. "Und das auch schon auf dem Schulhof."

Wegen zunehmender Probleme mit Waffen gilt an Wochenende auch ein Waffenverbot für den Dortmunder Hauptbahnhof. Von Freitagabend 18 Uhr bis Samstagmorgen 7 Uhr und von Samstagabend 18 Uhr bis Sonntagmorgen 7 Uhr dürfen keine Schuss- und Schreckschusswaffen, Messer aller Art sowie Hieb-, Stoß- und Stichwaffen getragen werden. Die Bundespolizei reagiert damit auf zunehmende Gewalt in Bahnhöfen.

Auch die Gewerkschaft der Polizei (GdP) hatte bereits "zunehmende Messerangriffe hierzulande" vermutet. Es vergehe kaum noch ein Tag, an dem nicht Polizeimeldungen über gefährliche oder sogar tödliche Messerattacken bekannt werden.

Titelfoto: Bild-Collage dpa/dpa


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