Millionenschaden durch Kindergeldbetrug: NRW greift durch

Düsseldorf – Die Polizei hat in Nordrhein-Westfalen Maßnahmen gegen den organisierten Kindergeldbetrug entwickelt.

NRW möchte Kindergeldbetrug stärker als bisher bekämpfen (Symbolbild).
NRW möchte Kindergeldbetrug stärker als bisher bekämpfen (Symbolbild).  © Sebastian Kahnert/dpa

Allein in Krefeld sei dabei ein Schaden in Höhe von hochgerechnet 1,7 Millionen Euro aufgedeckt worden. Für 83 Kinder, die es in Krefeld gar nicht gebe, sei unrechtmäßig Kindergeld in Anspruch genommen worden, sagte NRW-Innenminister Herbert Reul (CDU) am Mittwoch.

In Krefeld sei erstmals ein Datenabgleich zwischen Kommune, Familienkasse und Polizei erprobt worden. Das standardisierte Verfahren, das dabei entwickelt worden sei, könne landes- und bundesweit Vorbild werden.

Anlass sei die Beobachtung gewesen, dass Tätergruppen aus dem Bereich der Organisierten Kriminalität Menschen aus Südosteuropa in sogenannten Schrottimmobilien unterbringen und für sie Sozialleistungen beantragen und einbehalten.

"Da werden die Träume und die Not der Ärmsten der Armen Europas ausgenutzt. Das ist das Perfideste und zutiefst Verachtenswerteste an dieser Masche", sagte Reul.

Ministerin fordert fälschungssichere Schulbescheinigungen

Eine weitere Maßnahme gegen Kindergeldbetrug in NRW sollen fälschungssicheren Schulbescheinigungen sein. "Wir wollen fälschungssichere Schulbescheinigungen gegen Kindergeldbetrug einführen", sagte NRW-Kommunalministerin Ina Scharrenbach (CDU) der "Rheinischen Post".

Demnach sollen die Schulbescheinigungen künftig fälschungssichere Merkmale wie zum Beispiel einen Silberstreifen erhalten, den es auch in Passdokumenten und Geldscheinen gibt. Dadurch soll unter anderem einfaches Kopieren der Schulbescheinigungen in der Zukunft verhindert werden.

NRW-Ministerin Ina Scharrenbach (43) fordert fälschungssichere Schulbescheinigungen in NRW.
NRW-Ministerin Ina Scharrenbach (43) fordert fälschungssichere Schulbescheinigungen in NRW.  © Guido Kirchner/dpa

Titelfoto: Sebastian Kahnert/dpa


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