So offensichtlich hetzen AfD-Politiker gegen ihre Feindbilder

Im Mai 2017 wird in NRW ein neuer Landtag gewählt. Auch für die AfD läuft der Wahlkampf bereits auf Hochtouren.
Im Mai 2017 wird in NRW ein neuer Landtag gewählt. Auch für die AfD läuft der Wahlkampf bereits auf Hochtouren.

Düsseldorf - Im Mai 2017 wird in Nordrhein-Westfalen gewählt. Bei der am 14. Mai anstehenden Landtagswahl macht sich auch die AfD Hoffnungen, die Umfragetiefs der vergangenen Wochen wieder zu korrigieren.

Doch wie die Süddeutsche Zeitung herausgefunden hat, haben einige der 60 Kandidaten mit sehr zweifelhaften Posts auf sich aufmerksam gemacht.

Thomas Röckemann, aus dem Wahlkreis Minden-Lübbecke - zum Beispiel -, soll einen Beitrag geteilt haben, in dem über zwei zwölfjährige Mädchen berichtet wurde, die angeblich in einer Fußgängerzöne belästigt wurden.

Dazu schrieb er "Wenn sich unsere jungen Frauen und Mädchen nicht mehr ungestört und unbelästigt frei bewegen können, dann ist das Ende der Fahnenstange längst erreicht" und bezog sich dabei auf Flüchtlinge. Doch laut der Polizei geht von der von ihm beschriebenen Personengruppe gar keine Gefahr aus.

Dabei soll es sich nicht um einen Einzelfall handeln. Angeblich soll Röckemann über Wochen Posts geteilt haben, in denen es um vermeintliche Schandtaten von Migranten geht. Die darunter entstehenden Hass-Kommentare und Nazi-Sprüche hätte der AfD-Angeordnete bereitwillig aufkommen und wissentlich stehen gelassen.

Weiterhin soll auch der NRW-Jugendverband der Alternative für Deutschland fragwürdige Inhalte verbreitet haben. Die Rede ist von einem Comic, in dem die Europäische Zentralbank in Flammen aufgeht oder von einer Karikatur der Nürnberger Prozesse, indem die ursprünglichen NS-Angeklagten durch Kanzlerin Merkel, Außenminister Sigmar Gabriel, oder Ex-Bundespräsident Joachim Gauck ersetzt wurden.

Zudem sollen weitere Listenplatzinhaber wie Detlef Küsters oder Jürgen Antoni offen islam- beziehungsweise frauenfeindliche Inhalte geteilt haben.

Die Politiker, die (allzu) offensichtlich ihre Feindseligkeit gegenüber anderen Menschengruppen, Religionen oder Kulturen zur Schau stellen, bilden eine radikale Front gegenüber dem eher gemäßigten Flügel, der von Marcus Pretzell, dem Ehemann von Afd-Chefin Frauke Petry angeführt wird.


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