Illegale Preisabsprachen: Carlsberg droht hohe Geldstrafe

Düsseldorf – Wegen des Vorwurfs von Preisabsprachen zum Nachteil der Verbraucher startete am Oberlandesgericht Düsseldorf am Mittwoch ein erstes Verfahren um das sogenannte Bierkartell. Bereits 2013 und 2014 hatte das Bundeskartellamt Geldbußen verhängt, nun geht es nur noch um Carlsberg.

War Carlsberg an einem Bierkartell beteiligt?
War Carlsberg an einem Bierkartell beteiligt?  © DPA

Das Bundeskartellamt hatte 2013 und 2014 gegen elf Unternehmen, einen Verband und 14 Manager aus der Bierbranche Geldbußen in Höhe von rund 338 Millionen Euro verhängt.

Dabei geht es um Absprachen für Preiserhöhungen in den Jahren 2006 und 2008 für Fass- und Flaschenbier. Laut den Ermittlungen sollte ein Kasten Bier rund einen Euro mehr kosten, beim 100-Liter-Fass für die Gastronomie waren es 5 bis 6 Euro.

Radeberger und Carlsberg akzeptierten die Bescheide des Bundeskartellamtes aus Bonn nicht und zogen vor das OLG. Einen Tag vor dem Prozessauftakt zog die Dr.-Oetker-Tochter am Dienstag ihren Widerspruch zurück, sodass es jetzt nur noch um Carlsberg geht. Das OLG hat bis September vorerst 20 Verhandlungstage angesetzt.

Andere Brauereien wie Bitburger, Veltins, Warsteiner und Krombacher hatten mit dem Kartellamt kooperiert und dann geringere Geldbußen akzeptiert. Das OLG hat ein ebenfalls anhängiges Verfahren gegen mehrere Brauereien aus dem Kölner Raum abgetrennt. Carlsberg wollte sich vor dem Prozessauftakt mit Hinweis auf das laufende Verfahren nicht äußern.

Update, 13.30 Uhr

Zum Prozessauftakt um das sogenannte Bierkartell vor dem Oberlandesgericht in Düsseldorf haben sich die Betroffenen am Mittwoch nicht zu den Vorwürfen der Generalstaatsanwaltschaft geäußert. Sowohl der ehemalige Deutschland-Chef der Carlsberg-Brauerei, Wolfgang Burgard, als auch die heutige Geschäftsführung schwiegen am Mittwoch.

Titelfoto: DPA


WhatsApp Wir bei WhatsApp: 0160 - 24 24 24 0