Zweifel am 400 000 Euro-Betrug: Ist das mutmaßliche Opfer dement?

Düsseldorf – Bei diesem Prozess geht es um viel Geld: Ein 50-jähriger Düsseldorfer soll seine wohlhabende Nachbarin um mehrere 100.000 Euro gebracht haben.

Der Angeklagte (50) soll 400.000 Euro seiner Nachbarin unterschlagen haben (Symbolbild).
Der Angeklagte (50) soll 400.000 Euro seiner Nachbarin unterschlagen haben (Symbolbild).  © 123RF/staras

Von diesem Dienstag (9 Uhr) an muss er sich wegen Betruges und Unterschlagung vor dem Amtsgericht verantworten.

Insgesamt soll er die 70-Jährige um mehr als 400.000 Euro betrogen haben. Und das, obwohl die Seniorin ihm sogar das Geld für ein Auto geschenkt haben soll.

Der Angeklagte soll seine Nachbarin dazu überredet haben, eine halbe Million Euro für sie in seinem Schließfach aufzubewahren.

Er behauptet nun, die 70-Jährige habe ihm das Geld geschenkt.

Update, 12.47 Uhr: Mutmaßliches Opfer soll dement sein

Das 70 Jahre alte mutmaßliche Opfer war am Dienstag krank und erschien nicht zur Gerichtsverhandlung, ebenso wenig ihre Hausärztin. Die 70-Jährige hatte sich in einer früheren Vernehmung selbst als dement eingestuft.

Auch der Polizist, der die Strafanzeige aufgenommen hatte, sagte am Dienstag als Zeuge aus, die Dame habe auf ihn einen sehr verwirrten Eindruck gemacht. Er habe ihr nicht geglaubt.

Sie soll zudem bereits früher einen anderen Nachbarn beschuldigt haben, ihr Schmuck gestohlen zu haben, der dann aber bei ihr selbst wieder aufgetaucht war.

Der Angeklagte sagte, die Frau habe ihm 140 000 Euro geschenkt. Mehr habe er auch nicht von ihr bekommen. Sie habe ihre Konten leer geräumt und das Geld unbedingt in einem Schließfach aufbewahren wollen.

Auffällig ist, dass die 70-Jährige ihren Nachbarn zunächst als Alleinerben im Testament eingesetzt hatte, das Testament dann aber ändern ließ. Der Prozess soll am 6. August fortgesetzt werden.

Der Mann soll die Nachbarin betrogen haben, obwohl sie ihm Geld für ein Auto geschenkt hatte (Symbolbild).
Der Mann soll die Nachbarin betrogen haben, obwohl sie ihm Geld für ein Auto geschenkt hatte (Symbolbild).  © 123RF/Ion Chiosea

Titelfoto: 123RF/staras

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