Rentner (75) muss vor Gericht: Der Grund ist skurril

Düsseldorf – Ein Rentner (75) steht an diesem Dienstag (12.20 Uhr) in Düsseldorf vor Gericht, weil er das Zelt eines Obdachlosen zerschnitten haben soll.

Der Angeklagte (r) steht mit seinem Anwalt Axel Schick im Gerichtssaal.
Der Angeklagte (r) steht mit seinem Anwalt Axel Schick im Gerichtssaal.  © Martin Höke/dpa

Dem 75-Jährigen wird Sachbeschädigung vorgeworfen. Weil er einen Strafbefehl in Höhe von 1050 Euro nicht akzeptierte, wird der Fall nun öffentlich verhandelt.

Der Angeklagte bestreitet die Tat: Er habe das Zelt im Düsseldorfer Hofgarten für herrenlos gehalten und es entsorgen wollen.

Ein Hobby-Fotograf hatte die Aktion des Rentners beobachtet und die Polizei verständigt. Der 71-Jährige soll im Prozess als Zeuge gehört werden.

800 Euro Strafe für "Macheten-Mann"

Der Rentner muss 800 Euro Strafe zahlen, weil er absichtlich das Zelt eines Obdachlosen zerschnitten hat. Das Amtsgericht verurteilte den 75-Jährigen am Dienstag wegen vorsätzlicher Sachbeschädigung. Seine Behauptung, er habe das offenbar herrenlose Zelt nur entsorgen wollen, glaubte ihm die Richterin nicht.

Ein Zeuge, der den Rentner damals beim Zerstören des Zeltes gesehen und ihn fotografiert hatte, sagte, er sei fast täglich im Hofgarten: "Das Zelt war von Obdachlosen bewohnt."

Bei dem 75-jährigen Rentner handelt es sich nach Angaben der Staatsanwaltschaft um den "Macheten-Mann", der mit einer Machete in dem Park eigenmächtig das Unterholz gelichtet haben soll, um die Verstecke von Obdachlosen und schwulen Liebespaaren zu zerstören. Er war nach monatelangem Treiben erwischt worden.

Der Fall wird vor dem Düsseldorfer Amtsgericht verhandelt (Archivbild).
Der Fall wird vor dem Düsseldorfer Amtsgericht verhandelt (Archivbild).  © Marcel Kusch/dpa

Titelfoto: Martin Höke/dpa

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