"Sprayer von Zürich" vor Gericht: Es geht um Flamingos!

Düsseldorf – Harald Naegeli, der berühmte "Sprayer von Zürich", steht an diesem Dienstag (09.45 Uhr) in Düsseldorf vor Gericht.

Der Künstler soll zwei solcher Flamingos an Gebäude in Düsseldorf gesprayt haben.
Der Künstler soll zwei solcher Flamingos an Gebäude in Düsseldorf gesprayt haben.  © Rolf Vennenbernd/dpa

Weil der Künstler unter anderem die Nordrhein-westfälische Akademie der Wissenschaften und der Künste in Düsseldorf mit zwei Flamingo-Figuren verziert haben soll, wird ihm Sachbeschädigung vorgeworfen.

Naegeli selbst hatte die Vorwürfe zurückgewiesen und von Rechtsbeugung gesprochen. Einen Strafbefehl in Höhe von 600 Euro hatte er nicht akzeptiert. Dadurch kommt es jetzt zum Prozess.

Die rechtliche Situation hat sich für den Künstler durch das "Graffiti-Bekämpfungs-Gesetz" von 2005 deutlich verschlechtert.

Musste früher eine Beschädigung der Substanz nachgewiesen werden, was bei Farbe auf einer Mauer praktisch ausgeschlossen war, reicht nun die "Veränderung des äußeren Erscheinungsbildes".

Update, 11.49 Uhr: Naegeli muss zahlen

Das Verfahren gegen den "Sprayer von Zürich" wegen Sachbeschädigung wurde am Dienstag nur gegen Geldauflagen eingestellt.

So wurde der 79-Jährige zur Wiedergutmachung des Schadens der Hauseigentümer in Höhe von insgesamt fast 800 Euro und zur Zahlung von 500 Euro an ein Kinderhospiz verpflichtet.

Naegeli reagierte enttäuscht: "Ich wollte ein Kunstwerk an Stelle des Geldes geben, aber im Kapitalismus zählt halt nur das Geld", sagte der Schweizer. Für die Kunststadt Düsseldorf sei die Entscheidung "eine Peinlichkeit".

Zuvor hatte Naegeli zugegeben, an der NRW-Akademie der Wissenschaften und der Künste sowie weiteren Häusern Flamingos aufgesprüht zu haben. Aus seiner Sicht sei dies keine Sachbeschädigung und nicht strafbar.

Der Sprayer Harald Naegeli (79) steht vor dem Bezirksgericht.
Der Sprayer Harald Naegeli (79) steht vor dem Bezirksgericht.  © Walter Bieri/KEYSTONE/dpa

Titelfoto: Bild-Montage dpa/dpa

Mehr zum Thema Gerichtsprozesse Köln:


WhatsApp Wir bei WhatsApp: 0160 - 24 24 24 0