Weil sich ein Rentner acht Minuten ausruhte, muss er ein Bußgeld bezahlen

Weil sich der 83-Jährige kurz ausruhte, soll er ein Bußgeld bezahlen.  (Symbolbild)
Weil sich der 83-Jährige kurz ausruhte, soll er ein Bußgeld bezahlen. (Symbolbild)  © DPA

Düsseldorf - Ein Düsseldorfer Rentner wird Opfer von bürokratischem Irrsinn! Der 83 Jahre alte Mann soll eine Strafe zahlen, weil er sich verbotenerweise ganze acht Minuten lang an einer Haltestelle ausgeruht hat.

Der 83-Jährige hat ein Schreiben vom Ordnungsamt der nordrhein-westfälischen Hauptstadt Düsseldorf erhalten, das im Internet gerade die Runde macht und bei dem man im ersten Moment an eine Fälschung glauben möchte.

Es trägt den Titel: "Schriftliche Verwarnung mit Verwarnungsgeld / Anhörung", und nimmt auf einen Vorfall vom 14. November Bezug, als der Mann auf der Friedrich-Ebert-Straße am Bussteig 12 sich zwischen 11.40 Uhr und 11.48 Uhr an der Haltestelle aufgehalten haben soll.

Dreistes Bußgeld: Das Netz diskutiert

Das wird als "Ordnungswidrigkeit" eingestuft. Der Vorwurf an den älteren Herrn lautet: "Sie benutzten die Anlage des ÖPNV an der vorgenannten Örtlichkeit nicht ihrer Zweckbestimmung entsprechend und nutzten diese als Ruheplatz." Deshalb werden 35 Euro von dem Rentner verlangt.

Dieses Anliegen schlägt in den sozialen Netzwerken hohe Wellen, da es sich bei dem "Schuldigen" um einen 83-Jährigen handelt, der dement und herzkrank ist und sich an der Haltestelle nur hingesetzt hatte, um einen Moment zu verschnaufen. Er war mit seinem Hund zu der Tatzeit unterwegs und hatte sich in aller Seelenruhe kurz in das Haltestellenhäuschen gesetzt.

Die Rheinische Post hat bei der Stadt wegen des Bußgeld-Schreibens rund um den Haltestellen-Eklat nachgefragt. Eine Sprecherin bestätigte, dass speziell rund um den Bahnhof regelmäßig die Haltestellenhäuschen kontrolliert werden würden. Es sei möglich, dass der 83-Jährige im Zug einer solchen Kontrolle entdeckt worden sei.

"Wenn der Mann einfach eine Pause benötigte, dann war das selbstverständlich in Ordnung", so die Sprecherin. Sie betonte, dass ein kurzer Einspruch genüge, damit das Bußgeld nicht gezahlt werden müsse. Das wäre mit Sicherheit eine angemessene Entscheidung.


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