RWE bestätigt: Rodungsstopp für Hambacher Forst bis Herbst 2020!

Düsseldorf – Der Energiekonzern RWE hat für den Hambacher Forst unabhängig von anstehenden Gerichtsentscheidungen einen Rodungsstopp bis 2020 zugesagt.

Der Hambacher Forst wird bis Frühjahr 2020 nicht gerodet werden.
Der Hambacher Forst wird bis Frühjahr 2020 nicht gerodet werden.  © DPA

Das Unternehmen habe die Entscheidung, in der Rodungssaison bis Frühjahr 2020 nicht abzuholzen, auf Bitten der Landesregierung im Sinne einer Befriedung der Konflikte getroffen, erklärte RWE am Mittwoch auf Anfrage. Danach dürfte erst im Herbst wieder gerodet werden.

NRW-Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) sagte am Vormittag in einer Unterrichtung der Landesregierung über die Beschlüsse der Kohlekommission zum Ausstieg aus der Braunkohle: "Ab heute gilt ein Rodungsmoratorium für den Hambacher Forst." Laut Laschet gilt das Moratorium bis zum Herbst, also bis zu nächsten Rodungssaison.

In den Empfehlungen der Kommission war der Erhalt des seit langem umkämpften Hambacher Forstes als "wünschenswert" bezeichnet worden. Auch Laschet schloss sich diesem Appell an. Laschet forderte die Waldbesetzer erneut auf, den Hambacher Forst zu verlassen. "Alle Seiten sind jetzt aufgefordert, Zeichen der Verständigung zu setzen." Zugleich forderte Laschet RWE auf, alle Planungen für neue Braunkohlekraftwerke "endgültig zu den Akten zu legen".

Die CDU/FDP-Landesregierung will die Leitentscheidung zum Braunkohleabbau im Rheinischen Revier angesichts des künftig reduzierten Kohlebedarfs zügig anpassen. Laschet forderte den Landtag zu einem parteiübergreifenden Konsens auf. Denn die neue Leitentscheidung müsse über vier Wahlperioden hinweg halten. Er werde daher alle Vertreter der Landtagsfraktionen - außer der AfD - zum Dialog laden.

Update 14.20 Uhr: Greenpeace fordert weitere Maßnahmen

Greenpeace-Geschäftsführer Martin Kaiser begrüßt die Entscheidung zum vorläufigen Rodungsstopp. Damit stelle sich Armin Laschet auf die Seite der "breiten Mehrheit der Bevölkerung". Aus seiner Sicht reicht der Aufschub jedoch nicht. Laschet habe sich nicht zu angepeilten Senkungen der Kraftwerkkapazitäten geäußert.

"Will Laschet Deutschlands Schockstarre im Klimaschutz mit einem tragfähigen Kompromiss beenden, muss er dafür eintreten, dass der Kohleausstieg mit den vereinbarten 3 Gigawatt in NRW startet und die bedrohten Dörfer sowie der Hambacher Wald langfristig gerettet werden", sagte Kaiser am Mittwoch.

NRW-Ministerpräsident Armin Laschet (58) bestätigte am Mittwoch den Rodungsstopp für den Hambacher Forst.
NRW-Ministerpräsident Armin Laschet (58) bestätigte am Mittwoch den Rodungsstopp für den Hambacher Forst.  © DPA

Titelfoto: DPA


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