RWE-Chef fordert Abzug der Aktivisten aus dem Hambacher Forst

Düsseldorf/Kerpen– Nach der Kohle-Einigung zwischen Bund, Ländern und Energiekonzernen fordert RWE-Chef Rolf Martin Schmitz die Aktivisten im Hambacher Forst auf, den Wald zu verlassen. Die Besetzer wollen jedoch bleiben.

RWE-Chef Rolf Martin Schmitz (62) sieht keinen Grund mehr für Baumbesetzungen.
RWE-Chef Rolf Martin Schmitz (62) sieht keinen Grund mehr für Baumbesetzungen.  © Caroline Seidel/dpa

"Für die Aktivisten gibt es keinen Grund mehr, im Hambacher Forst zu bleiben. Es wird spätestens jetzt Zeit, dass sie dort endlich ihre Baumhäuser abbauen", sagte er der "Rheinischen Post" aus Düsseldorf.

Der Bund, die Kohle-Länder Brandenburg, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Nordrhein-Westfalen sowie die Konzerne hatten sich in der Nacht zum Donnerstag über den Fahrplan für den Kohleausstieg in Deutschland geeinigt.

Demnach soll der zwischen Köln und Aachen gelegene Hambacher Forst dauerhaft erhalten bleiben - er sollte ursprünglich dem Hambacher Braunkohle-Tagebau weichen und war zum Symbol geworden für den Kampf von Klimaschützern gegen die Kohlebranche.

Trotz des beschlossenen Erhalts des Waldes, wollen die Baumbesetzer ihren Protest fortsetzen. Ihnen geht es um mehr als den Wald.

"Wie lange die Besetzung andauert, entscheiden die Waldbewohner und -bewohnerinnen selber", sagte die Sprecherin des Aktionsbündnisses Ende Gelände, Kathrin Henneberger, am Donnerstag gegenüber der dpa.

Der Wald gehört RWE. Die Baumhäuser sind illegal gebaut. Nach der verpufften Räumung 2018 sind zahlreiche neue Behausungen im Wald entstanden.

So geht es weiter mit dem Tagebau in NRW

Ein Transparent "Stopp Kohle Jetzt!" an einem Baumhaus im Hambacher Forst.
Ein Transparent "Stopp Kohle Jetzt!" an einem Baumhaus im Hambacher Forst.  © David Young/dpa

Von 2030 an will RWE nur noch den nahegelegenen Tagebau Garzweiler betreiben. Umweltverbände haben bereits Proteste angekündigt.

Zum Zeitplan für den Tagebau Hambach sagte RWE-Chef Schmitz der "Rheinischen Post": "Der Abbau in Hambach geht bis 2022 weiter zurück. Bis die Kohlegewinnung ganz eingestellt ist, wird es 2029 werden." Damit werde klar, "dass Garzweiler unverändert gebraucht wird".

Schmitz hatte nach der Kohle-Einigung angekündigt, die Umsiedlungen am Tagebau Garzweiler werde RWE "vollständig und möglichst zügig beenden". Die Kohle unter den betroffenen Dörfern benötige RWE bereits von 2024 an.

Deutschland soll bis spätestens 2038 aus der klimaschädlichen Stromgewinnung aus Stein- und Braunkohle aussteigen.

Im Tagebau Hambach soll bis 2029 Kohle abgebaut werden, der Hambacher Forst bleibt jedoch erhalten.
Im Tagebau Hambach soll bis 2029 Kohle abgebaut werden, der Hambacher Forst bleibt jedoch erhalten.  © Federico Gambarini/dpa

Titelfoto: Bild-Collage Caroline Seidel/dpa, David Young/dpa

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