Über 350.000 Euro bei Senioren ergaunert: "Falsche Polizisten" vor Gericht

Düsseldorf - Zwei mutmaßliche Trickbetrüger, die sich als Polizisten ausgegeben haben sollen, stehen ab 9 Uhr von diesem Mittwoch (9. Januar) an in Düsseldorf vor Gericht.

Obwohl seit Jahren vor der Mache gewarnt wird, fallen immer wieder Senioren auf die "falschen Polizisten" herein.
Obwohl seit Jahren vor der Mache gewarnt wird, fallen immer wieder Senioren auf die "falschen Polizisten" herein.  © dpa Montage

Die 27 und 33 Jahre alten Angeklagten aus Dormagen sollen Senioren aus Aachen und Bonn um über 350.000 Euro betrogen haben.

Obwohl seit Jahren vor der Masche gewarnt wird, fallen immer wieder Opfer auf das Spiel mit der Angst vor Kriminalität herein.

Ein vermeintlicher Polizist meldet sich am Telefon und warnt vor Einbrechern, die im direkten Umfeld der Angerufenen ihr Unwesen treiben würden.

Die Senioren sollten ihr Geld deshalb vorsorglich einem Beamten mitgeben, der gleich erscheinen werde.

Im Display erscheint dazu scheinbar passend die Notrufnummer 110 samt einer Ortsvorwahl.

Für den Prozess sind bis Mitte Februar noch drei weitere Verhandlungstage angesetzt.

Zwei weitere "falsche Polizisten" bereits im Dezember verurteilt

Erst im vergangenen Dezember waren zwei Mitglieder einer Bande, die mit tausenden Anrufen im Namen der Polizei Senioren bundesweit getäuscht hatten, in Düsseldorf verurteilt worden.

Ein 48-Jähriger wurde zu drei Jahren und zehn Monaten Gefängnis verurteilt. Sein 29-jähriger Komplize kam mit eineinhalb Jahren Haft auf Bewährung davon. Beide hatten zuvor umfassende Geständnisse abgelegt.

Die beiden "falschen Polizisten" hatten unter anderen eine 80-Jährige um ihre gesamten Ersparnisse in Höhe von 178.000 Euro gebracht.

Da waren die Betrüger aber bereits von der richtigen Polizei observiert worden.

Der 29-Jährige hatte das Geld bei der Seniorin abgeholt. Als er es in Köln dem 48-Jährigen übergeben wollte, schlug die echte Polizei zu und stellte die Summe sicher.

Nach dem Urteil bekam die Seniorin ihr Vermögen zurück. Seit 1960 hatte sie dafür gespart, sagte die Zeugin aus.

Titelfoto: dpa Montage


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