Was passiert mit NRWs Krankenhäusern? Gesundheitsminister äußert sich

Düsseldorf – Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (62) stellte am Donnerstag in Düsseldorf ein Gutachten zur Krankenhauslandschaft in Nordrhein-Westfalen vor.

Wie die Zukunft der Krankenhäuser in NRW aussieht, soll ein Gutachten klären. (Symbolbild)
Wie die Zukunft der Krankenhäuser in NRW aussieht, soll ein Gutachten klären. (Symbolbild)  © dpa/Martin Schutt

Eine Untersuchung im Auftrag der Bertelsmann Stiftung hatte im Sommer die Schließung von mehr als der Hälfte der Krankenhäuser in ganz Deutschland empfohlen.

Wenn die Zahl der Kliniken bundesweit von derzeit knapp 1400 auf weniger als 600 sinke, könnten die verbleibenden Häuser deutlich mehr Personal und eine bessere Ausstattung erhalten, hieß es in der Untersuchung.

Schon Anfang des Jahres hatte Laumann angekündigt, er wolle eine Arbeitsteilung unter den NRW-Krankenhäusern durchsetzen.

Die Autoren des neuen Gutachtens empfehlen zwar nicht ausdrücklich die Schließung von Kliniken, fordern aber eine komplett neue Planungsstruktur.

So solle künftig nicht mehr die Bettenzahl als Richtgröße dienen, sondern die Krankenhäuser sollten in Leistungsbereiche eingeteilt werden.

Jeder Bürger soll innerhalb 30 Minuten ein Krankenhaus erreichen

NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (62).
NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (62).  © dpa/Federico Gambarini

Damit würden sich einzelne Kliniken dann auf Leistungen wie etwa Blinddarm- oder Hüftoperationen spezialisieren.

Weiterhin solle aber der Grundsatz gelten, dass jeder Bürger in NRW bei Notfällen innerhalb von 30 Minuten ein Krankenhaus erreichen können muss, sagte Laumann.

Medizinische Überversorgung bedeutet dem Gutachten zufolge nicht automatisch auch eine gute Qualität.

Etliche Kliniken bieten demnach Eingriffe an, in denen sie wenig Praxis haben.

So habe es 2017 in NRW mehr als 30 000 Operationen für Kniegelenk-Prothesen an 233 Krankenhäusern gegeben.

Mehr als die Hälfte dieser Eingriffe sei aber in Häusern erfolgt, die weniger als 100 solcher Fälle im Jahr hätten. "Das sind im Schnitt nicht einmal zwei Operationen pro Woche", sagte Laumann.

In NRW gibt es nach Angaben der Krankenhausgesellschaft NRW aktuell rund 340 Krankenhäuser mit insgesamt mehr als 118 000 Betten.

Titelfoto: Bildmontage: dpa/Federico Gambarini, Martin Schutt

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