Zugunglück mit 50 Verletzten: Geldstrafen für Fahrdienst-Leiterinnen

Meerbusch - Nach der Zugkollision mit rund 50 Verletzten vor gut einem Jahr in Meerbusch bei Düsseldorf hat ein Gericht Geldstrafen gegen zwei Bahn-Mitarbeiterinnen erlassen.

Weil eine Fahrdienst-Leiterin die falsche Zugnummer eingegeben hatte, ging der Lokführer einer Regionalbahn davon aus, dass er freie Fahrt habe.
Weil eine Fahrdienst-Leiterin die falsche Zugnummer eingegeben hatte, ging der Lokführer einer Regionalbahn davon aus, dass er freie Fahrt habe.  © DPA

Eine Fahrdienstleiterin soll 3000 Euro, eine weitere 4950 Euro zahlen, erklärte ein Sprecher des Amtsgerichts in Neuss am Mittwoch.

Die beiden Frauen können gegen die Strafbefehle noch Widerspruch einlegen. Dann würde der Fall vor Gericht verhandelt.

Beiden wird fahrlässige Körperverletzung in Tateinheit mit fahrlässigem gefährlichen Eingriff in den Bahnverkehr vorgeworfen.

Die Ermittler waren zu dem Schluss gekommen, dass menschliches Versagen den Unfall mit Millionen-Schaden im Dezember 2017 verursacht hat.

Eine der beiden Frauen hatte demnach eine falsche Zugnummer eingegeben.

Der Fehler habe Folgeprobleme ausgelöst, an deren Ende beide Fahrdienstleiterinnen fälschlich von einer technischen Störung ausgegangen seien.

Regionalzug beschleunigt und prallt auf Güterzug

Dem Lokführer einer Regionalbahn war daraufhin freie Fahrt erteilt worden, obwohl sich noch ein Güterzug auf der Strecke befand.

Der Regionalzug mit 180 Reisenden hatte auf Tempo 120 beschleunigt und war in Meerbusch auf den Güterzug geprallt.

Titelfoto: DPA


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