Deutsches Start-up wird zum Konkurrenten für Amazon

Noch bequemer shoppen als mit Amazon? Das ist tatsächlich möglich.
Noch bequemer shoppen als mit Amazon? Das ist tatsächlich möglich.  © Screenshot/www.shop.co

Düsseldorf - Das Düsseldorfer Start-up "shop.co" hat am Konzept für das Online-Shopping getüftelt - und könnte damit zum ernsthaften Konkurrenten für den Giganten "Amazon" werden.

Im Internet einkaufen ist wahnsinnig bequem. Aber es ist noch nicht perfekt. Das dachte sich wohl auch Jay Habib. Als der Düsseldorfer 14 verschiedene Produkte bestellen wollte, war das nur in verschiedenen Online-Shops möglich - was ihn ziemlich nervte.

Sein Gedanke: Das muss einfacher und übersichtlicher gehen. Seine Idee: Das Start-up shop.co.

Das Konzept ist einfach: Der Kunde installiert auf seinem Computer oder Handy die shop.co-Browser-Erweiterung, die als Einkaufsassistent oder universeller online-Einkaufswagen dient. Die gewünschten Produkte zieht der Käufer dann in diese Erweiterung, die für alle Online-Shops funktioniert.

So können mit wenigen Klicks Waren bei verschiedenen Anbietern bestellt werden, ohne dass sich der Kunde jeweils neu anmelden muss.

Der gesamte Bestellvorgang läuft über shop.co und am Ende wird eine Gesamtsumme bezahlt.

Der Düsseldorfer shop.co-Gründer Und Geschäftsführer Jay Habib.
Der Düsseldorfer shop.co-Gründer Und Geschäftsführer Jay Habib.  © Screenshot/www.gruenderszene.de

Das Tempo, in dem sich das Düsseldorfer Start-up seit 2014 entwickelt, ist beeindruckend. Auch verschiedene, vor allem amerikanische Investoren sind längst von der Applikation überzeugt: In drei aufeinanderfolgenden Investitionsrunden haben sie insgesamt 6,25 Millionen Euro Risikokapital für den weiteren Ausbau zur Verfügung gestellt. Für Jay Habib Grund genug, dass er mittlerweile nach San Francisco umgesiedelt ist.

„Investoren wollen Zahlen in dem Land sehen, in dem man plant, Fuß zu fassen. Wir standen noch am Anfang und fingen gerade an, uns in Deutschland auszubreiten. Doch die Akzeptanz in den USA war deutlich größer und die Chance auf ein schnelles Wachstum deutlich realistischer. In Deutschland lief die Testphase sehr gut, aber in den USA ist Online-Shopping deutlich verbreiteter. Nicht nur die Investoren sind gebefreudiger und zu höheren Risiken bereit, auch Innovationen werden in den USA mehr wertgeschätzt als hier in Deutschland“, sagte Habib in einem Interview mit Business Insider.

Derzeit befindet sich das Front-Office noch in San Francisco. Programmiert wird im Back-Office in Düsseldorf. Hier wird das Produkt auch ständig weiterentwickelt, inzwischen hat shop.co drei Patente angemeldet. Es gibt 33 Mitarbeiter in den USA und Deutschland. Für 2018 ist die komplette Unternehmens-Rückkehr nach Deutschland geplant.

Einem dürfte der Konkurrent vom Rhein (shop.co wird inzwischen auf 25 Millionen Euro geschätzt) ganz besonders ein Dorn im Auge sein: Online-Gigant Amazon. Das Unternehmen betreibt ein ähnliches Geschäftsmodell und will alles unter einem Dach anbieten. Dafür kassiert der Riese Provision von den Anbietern. Doch statt bei ihm einzukaufen, sind bereits mehrere Hunderttausend Nutzer viral durch Facebook und Mundpropaganda zu shop.co abgewandert. Denn hier werden vor allem auch die kleinen und mittleren Online-Shops gestärkt und "dem Markt seine Unabhängigkeit wieder zurückgeben. Das gefällt Amazon natürlich überhaupt nicht."

Habib: "Ich rechne fest damit, dass uns Amazon verklagen wird."


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