Mann vergeht sich an Sechsjähriger und kommt wegen unglaublicher Begründung frei

Dumbarton - Als das Gericht im englischen Dumbarton ihr Urteil verkündet hatte, konnte eine Mutter nicht fassen, was sich gerade abgespielt hatte.

Der 18-Jährige griff dem Mädchen mehrmals zwischen die Beine. Das Gericht bezeichnete das als "unangebrachte Neugier".
Der 18-Jährige griff dem Mädchen mehrmals zwischen die Beine. Das Gericht bezeichnete das als "unangebrachte Neugier".  © DPA

Ein Mann hatte sich an ihrem sechsjährigen Mädchen vergangen - trotzdem ist er nun wieder auf freiem Fuß. Der Fall sorgt in England aktuell für großes Aufsehen.

Beschuldigt wurde der 18-jährige Christopher Daniel. Der Zahnmedizinstudent hatte das Kind wiederholt unsittlich berührt. In einem Fall soll sie auf seinem Knie gesessen haben, während er ihr zwischen die Beine fasste.

In einer dreitägigen Gerichtsverhandlung sollte nun geurteilt werden. Das Ergebnis ist schockierend. Zwar wurde der Mann schuldig gesprochen, nicht jedoch wegen sexuellen Übergriffen, sondern wegen "unangebrachter Neugier". Dadurch kommen nahezu keine Konsequenzen auf den Täter zu, auch in das Sexualstrafregister wird er nicht aufgenommen.

"Ich bin absolut verblüfft. Es scheint im Widerspruch zu der Anklage zu stehen, bei der es um sexuelle Übergriffe ging", sagte die Mutter in einem Interview gegenüber dem "Guardian".

Besonders der Sheriff des Orts machte sich für den 18-Jährigen stark. Er schlussfolgerte, dass die Straftat "das Ergebnis einer völlig unangemessenen Neugier eines emotional naiven Teenagers war und nicht der sexuellen Befriedigung diente". Besonders hervorheben wollte er, dass es wichtig sei, dass durch die Tat dem Zahnstudenten keine Steine auf den Weg in seiner Karriere gelegt werden.

"Jede Verurteilung wegen dieser Straftat hätte schwerwiegende Folgen für die zukünftige Karriere des Angeklagten. Für die Behörden war dies auch ein maßgeblicher Faktor bei der Entscheidung, wie mit dem Fall verfahren werden sollte. Jede Verurteilung würde bedeuten, dass er seinen Studiengang wahrscheinlich nicht fortsetzen könnte."

Taten von Christopher Daniel haben keinen Einfluss auf Leben der Sechsjährigen

Besonders brisant: Im schriftlichen Urteil wird genau festgehalten, dass das Opfer keine bleibenden Schäden davongetragen habe. Wortwörtlich heißt es: "Der Angeklagte war sowohl unreif als auch sozial unbeholfen, was durch andere Beweise bestätigt wurde. Es war ein Glück, dass das Opfer anscheinend keine Verletzungen oder dauerhaften Auswirkungen erlitten hat."

Für die Mutter absolut unverständlich: "Er sagt, dass meine Tochter anscheinend keine 'dauerhaften Auswirkungen' erlitten hat. Wie kann er das wissen? Niemand hat mich irgendwann gefragt, wie es meiner Tochter geht."

Dennoch ist das Urteil vollstreckt. Christopher Daniel wird seine Ausbildung fortführen können. Mit rechtlichen Konsequenzen in der Sache hat er nicht mehr zu rechnen.

Sandy Brindley, Chief Executive von Scottish Rape Crisis sagte gegenüber dem Guardian dazu: "Es scheint eine deutliche Diskrepanz zwischen der Sicht des Sheriffs, was die Familie wollte, und der Realität zu geben. Schließlich hat der Sheriff festgestellt, dass die Übergriffe keinen Einfluss auf das Mädchen hatten, aber woher weiß er das?"

"Es war ein Glück, dass das Opfer anscheinend keine Verletzungen oder dauerhaften Auswirkungen erlitten hat", heißt es im schriftlichen Urteil des Gerichts. Doch laut Aussage der Mutter hat sich keiner wirklich um die Sechsjährige gekümmert.
"Es war ein Glück, dass das Opfer anscheinend keine Verletzungen oder dauerhaften Auswirkungen erlitten hat", heißt es im schriftlichen Urteil des Gerichts. Doch laut Aussage der Mutter hat sich keiner wirklich um die Sechsjährige gekümmert.  © 123RF

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