Scheich macht Mega-Angebot: Darum ist diese Bauruine so heiß begehrt!

Duppach/Solingen – Seit sechs Jahrzehnten verwittert im Eifelwald eine Bauruine, die Geschichte geschrieben hat: Das "Adenauer-Haus", das nie ganz fertig wurde. Die Erbin will die Anlage mit Grundstück jetzt verkaufen.

Diese Ruine in der Vulkaneifel ist heiß begehrt.
Diese Ruine in der Vulkaneifel ist heiß begehrt.  © DPA

Nur der Kundige findet sie. Sie liegt tief im Wald auf einem Plateau in rund 600 Metern Höhe: die Ruine des großzügigen Anwesens, das dem früheren Bundeskanzler Konrad Adenauer mal als Wochenendhaus dienen sollte.

L. Ilse Thurner hat das sogenannte "Adenauer-Haus" samt 2.000 Quadratmeter großem Grundstück nahe Duppach in der Vulkaneifel im vergangenen Jahr geerbt. Jetzt versteigert sie das verfallene Gebäude in "unfassbar wunderbarer Lage" - und wundert sich ein bisschen über das große Interesse daran.

Dutzende Gebote seien bereits bei ihr über eine seit wenigen Tagen auf der Online-Auktionsplattform Ebay geschaltete Anzeige eingegangen. Das Höchstgebot liege derzeit bei 35.000 Euro.

"Damit hatte ich nicht gerechnet. Ich hätte das Grundstück auch für zehn Euro abgegeben", sagte die Unternehmens- und Personalberaterin in Solingen, die in Duppach geboren wurde. Und der Preis könnte weiter steigen. Die Auktion geht noch bis zum 22. Januar 18 Uhr. Dann bekommt der Höchstbietende den Zuschlag.

Die "Adenauer-Villa" war nie fertiggestellt worden. Im Sommer 1955 hatte der damalige AEG-Vorstandschef Friedrich Spennrath, ein guter Freund Adenauers, den Bau des Hauses mit einer Wohnfläche von rund 600 Quadratmetern beantragt. Das dreigeschossige Flachdachhaus im Bauhausstil, als "Wochenend-, Jagd- und Gästehaus" geplant, sollte Adenauer zu privaten Zwecken zur Verfügung gestellt werden.

Das Grundstück umgeben von Staatsforst sei wegen seiner Historie "etwas ganz Besonderes", sagt Besitzerin Thurner. Ihr Vater hatte es 1980 zusammen mit anderen Grundstücken erworben und nach seinem Tod im Frühjahr 2018 Thurner vermacht.

Sie wünsche sich nun, "dass das Grundstück in gute Hände kommt". Denkbar sei eine Nutzung zu Freizeitzwecken wie Camping. Gebote seien nicht nur aus der Eifel, sondern aus ganz Deutschland eingegangen. "Es gibt Leute, die wollen es nur haben wegen der Geschichte."

Auch eine Anfrage aus den Vereinigten Arabischen Emiraten habe es gegeben: Ein Scheich habe anfragen lassen, ob er es direkt kaufen könne. "Das ging aber nicht", sagt Thurner. Er müsse bieten und sein Gebot notariell beurkunden lassen wie alle anderen auch.

Die Erbin des 2.000 Quadratmeter großen Grundstücks nahe Duppach in der Vulkaneifel versteigert das Grundstück und das total verfallene Haus.
Die Erbin des 2.000 Quadratmeter großen Grundstücks nahe Duppach in der Vulkaneifel versteigert das Grundstück und das total verfallene Haus.  © DPA

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