Hier bekommen Straßenbahnen immer grün, wenn sie es brauchen





DVB-Vorstand Lars Seiffert zeigt die komplizierte Formel, auf deren Grundlage 
das neue System funktioniert.
DVB-Vorstand Lars Seiffert zeigt die komplizierte Formel, auf deren Grundlage das neue System funktioniert.  © Thomas Türpe

Dresden - Seit 2008 werkeln Stadt und DVB daran, die Straba-Strecke zwischen Albertplatz und Nürnberger Platz mit innovativen Ampeln auszustatten.

Die sollen Bahnen immer dann Grün anzeigen, wenn die freie Fahrt brauchen. 3,2 Millionen Euro wurden investiert. Jetzt läuft das System.

Der Kern des Projektes: Radfahrer (siehe Kasten), Straßenbahnen und Autos sind miteinander vernetzt. "Hat eine Straßenbahn viel Verspätung, auf den Straßen ist aber wenig los, bekommen Strabas eher Vorfahrt. Das System funktioniert genauso aber auch anders herum", sagt Professor Jürgen Krimmling von der TU Dresden. Zudem profitieren Autofahrer durch die viel kürzen Grünphasen der Bahnen.

Gleichzeitig sehen Straba-Fahrer, wie schnell sie an die nächste Kreuzung fahren müssen, um dort nicht warten zu müssen. Das spart zwischen 20 und 30 Prozent Energie. Die Bahnen fahren dennoch zwischen sechs und elf Minuten schneller durch die Stadt. Damit kann perspektivisch eine Straba pro Strecke eingespart werden. "Die Kostenersparnis liegt bei 350.000 Euro pro Jahr", sagt DVB-Vorstand Lars Seiffert.

Jetzt soll das System ausgebaut werden. Innerhalb der nächsten drei bis fünf Jahre sollen alle relevanten Kreuzungen innerhalb des Innenstadtrings mit den intelligenten Ampeln versehen werden.

Dafür werden weitere elf Millionen Euro in das weltweit einmalige System investiert. Mit Erfolg: Laut den Entwicklern haben die Chemnitzer Verkehrsbetriebe bereits Interesse angemeldet.





Im Rahmen einer Testfahrt stellten die DVB am Montag die neue Technik vor.
Im Rahmen einer Testfahrt stellten die DVB am Montag die neue Technik vor.  © Thomas Türpe

Und auch für Radler geht‘s bald richtig flott





Die Ampel-App für Radfahrer soll noch im Sommer für alle nutzbar sein.
Die Ampel-App für Radfahrer soll noch im Sommer für alle nutzbar sein.

Von der intelligenten Ampelschaltung für Straßenbahnen und Autofahrer profitieren auch Radler. Eine spezielle App zeigt denen an, wie schnell sie radeln müssen, um bei Grün über die nächste Ampel zu kommen.

"Die App soll noch im Sommer starten und funktioniert vorerst an allen Kreuzungen zwischen Albertplatz und Nürnberger Platz, die mit der modernen Ampelschaltung ausgestattet sind", sagt TU-Professor Jürgen Krimmling (63). Einziger Unterschied: Radfahrer bekommen kein Extra-Grün vergleichbar den Straßenbahnen.

Werden neue Ampeln mit dem intelligenten Verkehrssystem ausgestattet, wird zukünftig auch die Radler-App erweitert.


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