Unfassbar! DSC wehrt fünf Matchbälle ab und wird Pokalsieger!

Mannheim - Unfassbar: Der Dresdner SC ist Pokalsieger 2020! Und wie! Das Team von Trainer Alexander Waibl wehrte in einem hochdramatischen Krimi in der Mannheimer SAP Arena gegen Allianz MTV Stuttgart fünf (!!!) Matchbälle des Gegners ab und Lena Stigrot schmetterte nach über zwei Stunden Spielzeit ihre Mannschaft in den Pokal-Himmel.

Kadie Rolfzen (links) war in richtig guter Form und sorgte für jede Menge Punkte.
Kadie Rolfzen (links) war in richtig guter Form und sorgte für jede Menge Punkte.  © Lutz Hentschel

Das Team setzte sich vor 10.689 Zuschauern nach 134 Spielminuten gegen den deutschen Meister mit 3:2 (25:19, 20:25, 21:25, 28:26, 17:15) durch.

Vor der Abreise nach Mannheim musste das Team einen schweren Rückschlag verkraften. Denn aufgrund einer Thrombose im linken Schulterbereich fällt Stamm-Mittelblockerin Ivana Mrdak auf unbestimmte Zeit aus. Angesichts der gesundheitlichen Brisanz konnte die Serbin die Reise nach Baden-Württemberg gar nicht erst antreten, musste am Fernseher zuschauen.

Das Team rückte seit der Hiobsbotschaft noch enger zusammen, posierte nach dem Abschlusstraining mit ihrem Trikot, die Spielerinnen bildeten mit ihren Händen ein Herz für die Daheimgebliebene.

Durch ihr Fehlen rückte die erst 18 Jahre alte Monique Strubbe aus dem eigenen Nachwuchs in die Startformation. Das Talent hatte am Mittwoch gegen Vilsbiburg im Laufe der Partie erst ihr Bundesliga-Debüt gefeiert.

Damit der DSC überhaupt 14 Spielerinnen in den Kader nehmen konnte für dieses Finale, musste er zwei Liberos auf dem Protokoll aufbieten. Und so kam Zuspielerin Mareen von Römer zu ihrem überraschenden Comeback im Kader, sie streifte sich das zweite Libero-Dress über.

DSC startet furios und führt 1:0, kommt dann an das Niveau aber nicht mehr heran

Die Unterstützung der DSC-Fans war fantastisch.
Die Unterstützung der DSC-Fans war fantastisch.

Und die erst 18-jährige Strubbe zeigte überhaupt keine Nerven und legte einen unfassbaren Auftritt im ersten Satz hin. Sie schlug toll auf, erschmetterte das 1:0 und blockte, was das Zeug hielt.

Zwar hieß es am Anfang Krystal Rivers gegen den DSC (6:9), doch schon bald hatte sich das Waibl-Team gefangen, nahm stabil an und zog im Angriff durch. Mit viel Aggressivität und Konsequenz holte sich die Mannschaft eine 19:14-Führung. Vor allem Kadie Rolfzen wusste zu überzeugen. Den dritten Satzball verwandelte Mlinar zum 1:0.

Im zweiten Durchgang war das Spiel bis zum 14:14 eng. Doch dann schlug mal wieder Rivers zu, holte den 17:14-Vorsprung für Stuttgart raus.

Dem lief der DSC konstant hinterher, ein paar Fehler schlichen sich nun auch ein. Waibl nahm einige Wechsel vor, doch als Camilla Weitzel beim dritten Satzball für den Gegner den Aufschlag ins Netz schlug, hieß es 1:1.

Bei Stuttgart macht Rivers den Unterschied

Krystal Rivers (re.) war die Spielerin, die bei Stuttgart die Punkte machte.
Krystal Rivers (re.) war die Spielerin, die bei Stuttgart die Punkte machte.

Der dritte Spielabschnitt war heiß umkämpft. Schon früh kamen Stigrot und Korhonen für Mlinar und Kubura. Insgesamt kam der DSC nicht mehr ganz an das super Niveau aus dem ersten Durchgang heran.

Einige unnötige Fehler machten dem Team das Leben schwer. Was zudem fehlte, war eine Spielerin, die mit druckvollen Aufschlägen die Annahme von Stuttgart mal vor größere Probleme hätte stellen können.

Ärgerlich: Beim 18:20 hatte der DSC die Möglichkeit, auf einen Punkt aufzuschließen, doch Rolfzen war mit dem Knie im Netz. Dann bekam wie immer Rivers die entscheidenden Bälle bei Stuttgart und sorgte mit dem zweiten Satzball für das 2:1 für ihre Mannschaft.

Im vierten Satz brachte Waibl dann auf einmal Emma Cyris auf der Diagonalposition. Sie machte ihre Sache richtig gut und sorgte für Punkte. Nach einem 1:4-Rückstand kam Stigrot für Mlinar aufs Feld. Es ging hin und her. Stuttgart führte 9:6, der DSC glich beim 11:11 aus.

Als sich Lenka Dürr beim 11:13 in der Abwehr den Nacken verletzte, nahm Waibl eine Auszeit.

DSC wehrt zwei Matchbälle ab und rettet sich in den Tiebreak, dann passiert die Sensation

Trainer Alexander Waibl (mit dem Rücken im Bild) und Co-Trainer Wojciech Paleszniak fallen sich nach dem Matchball in die Arme.
Trainer Alexander Waibl (mit dem Rücken im Bild) und Co-Trainer Wojciech Paleszniak fallen sich nach dem Matchball in die Arme.  © Lutz Hentschel

Am Ende war es aber wieder Krystal Rivers, die bei Stuttgart alle Bälle bekam und auch machte. Der DSC, nun mit Sarah Straube im Zuspiel, wehrte zwei Matchbälle ab, hatte selbst zwei Satzbälle, doch die vereitelte Rivers. Doch bei der dritten Möglichkeit schlug Cyris zu und rettete ihr Team in den alles entscheidenden Tiebreak.

Beim DSC standen nun mit Libera Lenka Dürr sechs deutsche Spielerinnen auf dem Feld, bei Stuttgart keine einzige. Umso höher anzurechnen, was das Team in Durchgang vier und fünf leistete. Die Mannschaft führte im Fünften 3:2, lag dann 3:4 hinten, führte 5:4 und lag wieder 5:6 hinten. So ging es aber nicht weiter, bei 6:8 wurden die Seiten gewechselt. King kam im Zuspiel wieder für Straube. Bei 11:11 nahm Stuttgart Auszeit. Stuttgart lag 13:12 vorn, dann schmetterte Cyris ins Aus und MTV hatte beim 14:12 die nächsten Matchbälle. Doch erst einmal nahm Waibl eine Challenge (nicht erfolgreich), dann eine Auszeit.

Rolfzen wehrte den dritten Matchball ab, Mlinar kam am Aufschlag. Den brachte sie rüber, Rivers bekam wie immer den Ball, doch Stigrot blockte - vierter Matchball abgewehrt und Auszeit Stuttgart! Der MTV holte sich den nächsten Matchball, doch auch den fünften wehrte Stigrot ab. Und bei der ersten eigenen Gelegenheit schlug sie zu und machte die Sensation perfekt. Unfassbar!

Im Gold-Konfetti-Regen streckten dann die Kapitäninnen von Römer, Stigrot und Dürr den Pokal in die Höhe. Damit bleibt der DSC nach den Pokaltriumphen von 2016 und 2018 in Mannheim ungeschlagen. Auch Alexander Waibls Bilanz bleibt makellos: Er hat nach 2010, 2016 und 2018 nun das vierte Pokalfinale mit dem DSC gewonnen und bisher kein einziges Endspiel verloren.

Der Moment des Triumphes! Lena Stigrot (links) hat soeben den Matchball verwandelt.
Der Moment des Triumphes! Lena Stigrot (links) hat soeben den Matchball verwandelt.  © Lutz Hentschel
Lena Stigrot (Nummer 10) und Mareen von Römer fallen sich in die Arme.
Lena Stigrot (Nummer 10) und Mareen von Römer fallen sich in die Arme.  © Lutz Hentschel
Mareen von Römer, Lenka Dürr und Lena Stigrot (von links) bekommen von DVV-Präsident René Hecht den Pokal überreicht.
Mareen von Römer, Lenka Dürr und Lena Stigrot (von links) bekommen von DVV-Präsident René Hecht den Pokal überreicht.  © Lutz Hentschel
DVV-Pokalsieger 2020: Der Dresdner SC.
DVV-Pokalsieger 2020: Der Dresdner SC.  © Lutz Hentschel

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