Unfassbar! Dynamo Dresden verspielt 3:1-Führung und verliert

Dresden - Die Temperaturen waren eisig, doch Dynamo Dresden schaffte es am Mittwoch 50 Minuten lang die Herzen der Fans zu erwärmen und mit 3:1 gegen Arminia Bielefeld zu führen.

Trainer Maik Walpurgis war per Vollsprint zu Osman Atilgan gelaufen, der bei seinem Startelf-Debüt das 1:0 erzielte.
Trainer Maik Walpurgis war per Vollsprint zu Osman Atilgan gelaufen, der bei seinem Startelf-Debüt das 1:0 erzielte.  © Lutz Hentschel

Was dann allerdings vor 24.706 Zuschauern im Rudolf-Harbig-Stadion passierte, ließ die Anhänger nicht nur vor Kälte erstarren. Denn das Team von Trainer Maik Walpurgis hatte beim 3:1-Zwischenstand nicht nur ein Eigentor erzielt, sondern gab am Ende die Führung und den Sieg bei der 3:4 (3:1)-Niederlage gegen die Ostwestfalen noch aus der Hand.

Zunächst hatten Osman Atilgan (1:0/19. Minute) bei seinem Startelf-Debüt und Brian Hamalainen (2:0/26./Foulelfmeter) die Schwarz-Gelben in Führung gebracht. Dann traf Baris Atik per Bauch zum 2:1 ins eigene Tor (34.), ehe Moussa Koné beim 3:1 (40.) den alten Abstand wiederherstellte.

Doch offenbar fand Ex-Dynamo-Coach Uwe Neuhaus in der Halbzeit bei der Arminia die richtigen Worte, denn nach der Pause drängten die Arminen auf den schwarz-gelben Kasten und kamen durch Joan Edmundsson (3:2/54.) und Fabian Klos (3:3/69./Elfmeter) zum Ausgleich.

Dabei hatte Marco Hartmann den Torschützen äußerst ungeschickt zu Fall gebracht, sah dafür Gelb. In der 77. Minute kam es noch schlimmer. Erneut wollte der Kapitän Klos stoppen. Als letzter Mann sah er dieses Mal glatt Rot und flog vom Platz.

Dynamo Dresden erzielt vier Tore in der ersten Hälfte, dennoch steht es 3:1

Hier holt Moussa Koné den Elfmeter heraus, den anschließend Brian Hamalainen zum 2:0 verwandelte.
Hier holt Moussa Koné den Elfmeter heraus, den anschließend Brian Hamalainen zum 2:0 verwandelte.  © Lutz Hentschel

Den folgenden Freistoß nutzte die Arminia zum endgültigen Genickschlag. Julian Börner traf zum 4:3 (79.). Was für ein bitterer Abend für Mannschaft und Fans!

In der ersten Viertelstunde tat sich nicht viel, beide Teams standen zunächst kompakt, die spielerische Qualität ließ jedoch zu wünschen übrig. Gegen einen zunächst schwach spielenden und in der Defensive anfälligen Gegner, trafen erst Atilgan (19.) und Hamalainen (26./Elfmeter) zur 2:0-Führung. Dabei hatte Moussa Koné den Strafstoß herausgeholt.

Er selbst erhöhte später (40.) auf 3:1. Zwischendurch hatte Hamalainen Baris Atik so unglücklich angeschossen, dass der Ball von dessen Bauch zum 2:1 ins eigene Tor ging (34.).

So ging es nach der Pause aber nicht weiter. Die Arminia schaltete einmal schnell um, Jannik Müller rutschte aus und Edmundsson nutzte den Fauxpas zum 3:2-Anschlusstreffer (54.). Markus Schubert im Dynamo-Tor hatte vorher schon mehrfach in höchster Not retten müssen.

Und das Unheil nahm dann in einer Partie, in der die Schwarz-Gelben in der zweiten Hälfte fast gar keinen Zugriff mehr auf den Gegner hatten, seinen Lauf. Hartmann berührte Klos am Arm, der nahm das Geschenk dankend an, ließ sich fallen - Elfmeter und 3:3 (69.). Nur acht Minuten später zog dieses Duell erneut die Blicke auf sich. Hartmann stoppte Klos noch einmal - doch nun als letzter Mann.

Schiedsrichter Dr. Robert Kampka bleib nichts anders übrig, als den Kapitän mit glatt Rot vom Feld zu schicken (77.). Den daraus entstehenden Freistoß nutzte das Neuhaus-Team keine zwei Minuten später zum 4:3 durch Börner (79.). Dynamo musste die restlichen Minuten zu zehnt überstehen und konnte trotz zweier Chancen den Ausgleich nicht mehr erzielen.

Nach der Partie mussten sich die Spieler dafür vor dem K-Block gnadenlose Pfiffe abholen. Einige Fans gestikulierten wie wild und waren angesichts des ersten offiziellen Auftritts nach der Winterpause erbost. Viel Zeit, diesen bitteren Abend aufzuarbeiten, bleibt aber nicht. Schon am Samstag muss die SGD beim 1. FC Heidenheim ran.

Marco Hartmann flog in der 77. Minute mit glatt Rot vom Platz.
Marco Hartmann flog in der 77. Minute mit glatt Rot vom Platz.  © Lutz Hentschel

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