Dynamo-Fans jagen und schnappen Böllerwerfer im eigenen Block!

Dresden - Selbstreinigung ist wohl das passende Wort dazu: Fans im K-Block von Dynamo Dresden haben den Böllerwerfer von Freitag noch während der Partie selbst gesucht, ihn ausfindig gemacht und wohl auch "zur Strecke gebracht".

Vor dem Spiel und nach dem 1:0 zündeten die Dynamo-Fans zahlreich Pyro.
Vor dem Spiel und nach dem 1:0 zündeten die Dynamo-Fans zahlreich Pyro.  © Lutz Hentschel

Nach dem 1:0 von Alexander Jeremejeff gegen den SV Wehen Wiesbaden kurz vor der Pause brannten einigen im K-Block die Sicherungen durch.

Statt sich einfach nur über einen eigenen Treffer zu freuen wurden Bengalos gezündet, einer warf gar einen Böller in den Strafraum, der neben Wehens Keeper Lukas Watkowiak explodierte.

Nur der Fairness und dem Sportsgeist des Keepers ist es zu verdanken, dass die Partie nicht abgebrochen wurde. Dafür gab es Lob von allen Seiten.

Kann der Keeper nicht weiterspielen, ist das Spiel vorbei. "Ich habe zu ihm gesagt, wenn es geht, spiele weiter. So will ich kein Spiel entscheiden", sagte Wiesbadens Trainer Rüdiger Rehm fair und zeigte Sportsgeist.

Der Knaller hat Dynamo gefährdet. "Das wird nie in meinen Kopf gehen. Wichtig ist, dass dem Jungen nichts passiert ist", ärgerte sich Dynamo-Coach Cristian Fiel. SGD-Pressesprecher Henry Buschmann sprach von einem "No Go".

Dynamo: Böllerwerfer will flüchten, dann greifen die Fans ein

Dem Sportsgeist von Wiesbadens Torhüter Lukas Watkowiak war es zu verdanken, dass die Partie nach dem Böllerwurf überhaupt weiter ging.
Dem Sportsgeist von Wiesbadens Torhüter Lukas Watkowiak war es zu verdanken, dass die Partie nach dem Böllerwurf überhaupt weiter ging.  © Lutz Hentschel

Buschmann weiter: "Ein bitterer Moment für uns. Wir werden alles unternehmen, denjenigen zu finden, der den Knallkörper als Einzelperson von über 25000 Zuschauern gezündet hat."

Das übernahmen die Fans dann also anscheinend gleich selbst. Der heftiger Knall mit ohrenbetäubendem Lärm und fataler Wirkung für den Verein war selbst einigen im berüchtigten K-Block zu viel.

Schon gleich nach dem Wurf ging ein Raunen durch den Block, eifrig wuselten einige die Stufen hoch. Der Werfer wollte sich aus dem Staub machen, flüchtete Augenzeugen zu Folge in den J-Block und wurde dennoch gestellt.

Die Fans der SGD sorgen immer wieder für Entsetzen auf der einen und purer Begeisterung auf der anderen Seite. Die Partie im DFB-Pokal in Berlin war europaweit Gesprächsthema, positiv, aber negativ auch durch die zahlreichen Bengalos. Ein Einzelner brachte nun wieder den ganzen Verein in Verruf.

Um eine Strafe wird dieser nicht herumkommen. Wenn der DFB Berlin und jetzt zusammenzählt, wird es teuer. Richtig teuer.

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