Dynamos neuer Trainer: Was muss Fiel besser machen als Walpurgis?

Dresden - Zweitligist Dynamo hat mit der Trainer-Rochade ein deutliches Zeichen gesetzt und auf den drohenden Absturz in die Abstiegsregionen reagiert. Doch die große Frage lautet: Was kann und muss der neue Mann besser machen, was kann und muss Cristian Fiel (38) besser als der geschasste Maik Walpurgis (45) machen? Hier vier Säulen für eine erfolgreiche Arbeit.

Cristian Fiel genießt bei den Fans und im Verein angesichts seiner Vergangenheit großes Ansehen.
Cristian Fiel genießt bei den Fans und im Verein angesichts seiner Vergangenheit großes Ansehen.  © Lutz Hentschel

Die Erfahrung

Da hat Walpurgis klar die Nase vorn. Seit 27 Jahren ist er im Trainergeschäft, arbeitete sich Schritt für Schritt nach oben, bis er es als Coach des FC Ingolstadt sogar in die Bundesliga schaffte. Irgendetwas muss er also doch vom Fußballgeschäft verstehen.

Fiel wird Mittwoch seine DFB-Ausbildung zum Fußballlehrer hoffentlich erfolgreich abschließen. In den Profibereich steigt er als Neuling ein, sieht man von seiner kurzen Tätigkeit als Interimstrainer im vergangenen August ab. Zuletzt coachte er die "U17"-Bundesligamannschaft von Dynamo, die um den Klassenerhalt kämpft.

Der Rückhalt

Maik Walpurgis haftete nach der Trennung von Uwe Neuhaus von Beginn der Makel an, nicht erste Wahl gewesen zu sein. Selbst nach seinem erfolgreichen Start mit drei Siegen aus vier Spielen wurden die Fans nicht so recht warm mit ihm. Auch ein Grund: Der psychologische Rucksack, den Walpurgis als Nachfolger des charismatischen und in (fast) jeder Situation souverän wirkenden Aufstiegstrainers tragen musste, war immens schwer. Ablegen konnte er ihn bis zum Schluss nicht.

Cristian Fiel genießt bei den Fans und im Verein angesichts seiner Vergangenheit großes Ansehen. Allerdings war seine Ernennung zum Chefcoach selbst beim Anhang nicht unumstritten. Schließlich gelten selbst für einen "Fußball-Gott" die Mechanismen des Profigeschäfts. Fußball ist und bleibt nun mal ein Ergebnissport. Und Ergebnisse sprich Punkte muss auch Fiel angesichts des drohenden Abstiegskampfes liefern. Wobei das Programm der nächsten Wochen alles andere als leicht ist. Bleibt also abzuwarten, ob Fiel auch bei zunächst ausbleibendem Erfolg den totalen Rückhalt erfährt.

Maik Walpurgis haftete nach der Trennung von Uwe Neuhaus von Beginn der Makel an, nicht erste Wahl gewesen zu sein.
Maik Walpurgis haftete nach der Trennung von Uwe Neuhaus von Beginn der Makel an, nicht erste Wahl gewesen zu sein.  © Lutz Hentschel

Die Ansprache

Fiel bezeichnet sich selbst als "unfassbar emotionalen Typ" - das kann ein Vorteil sein, muss es aber nicht. Zumindest schien seine Art während der kurzen Interimszeit durchaus bei den Profis anzukommen. Zudem kann er eine erfolgreiche Karriere als Spieler vorweisen.

Walpurgis dagegen musste bereits mit 18 Jahren nach mehreren Verletzungen die Töppen an den Nagel hängen. Offenbar fand der gebürtige Westfale nicht den richtigen Draht zur Mannschaft. Auf Disziplinlosigkeiten und/oder Einstellungsprobleme einiger Kicker reagierte er mit Suspendierungen.

Die Personalsituation

Fakt ist: Die Zusammenstellung des Kaders, die vor allem in der Zeit der krankheitsbedingten Abwesenheit von Sportdirektor Ralf Minge erfolgte, gelang eher suboptimal. Mit dem Wechsel von Pascal Testroet nach Aue ging zudem ein Gesicht der Truppe und ein echter Sympathieträger verloren. Eine klare Hierarchie ist nicht zu erkennen. Vielleicht auch, weil Kapitän Marco Hartmann immer wieder verletzt ausfällt.

Die Verletzungsmisere - welche Gründe sie auch immer hat - ist mit dafür verantwortlich, dass Dynamo ins Schlingern geraten ist. Damit wird auch Fiel erst einmal zu kämpfen haben, weil Leistungsträger länger ausfallen.

Mehr zum Thema Dynamo Dresden:


WhatsApp Wir bei WhatsApp: 0160 - 24 24 24 0