Nach 0:2! Dynamo holt bei Fiel-Debüt Punkt gegen Bochum

Dresden - Was für eine emotionale Achterbahnfahrt beim Cheftrainer-Debüt von Cristian Fiel (38) bei Dynamo Dresden! Am Sonntag holte seine Mannschaft gegen den VfL Bochum einen 0:2-Rückstand auf und sicherte sich am Ende beim 2:2-Unentschieden einen Punkt.

Dynamos neuer Cheftrainer Cristian Fiel dirigierte an der Seitenlinie.
Dynamos neuer Cheftrainer Cristian Fiel dirigierte an der Seitenlinie.  © Lutz Hentschel

Vor 28.153 Zuschauern im Rudolf-Harbig-Stadion hatten Lukas Hinterseer (10. Minute) und Milos Pantovic (14.) den VfL mit 2:0 in Führung gebracht. Baris Atik (33.) und Jannis Nikolaou (59.) glichen zum 2:2 aus.

Die Euphorie in Elbflorenz war nach der Verpflichtung von Fiel als Cheftrainer riesengroß. Der einstige "Fußballgott" wurde frenetisch von den Fans empfangen. Doch nach nicht einmal einer Viertelstunde war auch dem Letzten klar, dass der Spanier kein "Messias" ist, wie er bei seiner Vorstellung betont hatte.

Denn die krassen Fehler, die sich das Team leistete, kann auch Fiel nicht innerhalb von drei Tagen abstellen. Eine Bogenlampe nach zehn Minuten von der Mittellinie landete direkt bei Lukas Hinterseer, der schob zur Führung ein.

Nur vier Minuten später legte Nikolaou für Hinterseer vor. Schubert im Dynamo-Tor rettete noch, den Nachschuss versenkte Pantovic und sorgte damit für kollektives Entsetzen in Dresden.

Fiel lebte das Spiel an der Seitenlinie mit, klatschte anfeuernd in die Hände, lief auf und ab, musste sich aber auch das ein oder andere Mal angesichts der Fehler seiner Jungs an den Kopf greifen.

Noch vor der Halbzeit gelingt Atik der Anschlusstreffer

Lukas Hinterseer traf nach nur zehn Minuten zum 1:0.
Lukas Hinterseer traf nach nur zehn Minuten zum 1:0.  © Lutz Hentschel

Die Aktionen seines Teams wirkten teilweise zerfahren und hektisch. Den Willen und auch den Mut konnte man den Spielern nicht absprechen, aber dass innerhalb weniger Tage nicht die fußballerische Trendwende eingeleitet werden würde, war klar.

In der 27. und 33. Minute bewahrte Schubert Dynamo vor dem 0:3. Im Gegenzug setzte sich dann Kreuzer mal auf links durch, passte in den Strafraum und Atik wurde so im Gesicht getroffen, dass der Ball von dort ins Tor flog - nur noch 1:2.

Nach dem Pausenpfiff beriet sich Fiel noch minutenlang mit seinem Co-Trainer Patrick Mölzl, ehe er in die Kabine zur Mannschaft ging.

Und dort fand er wohl die richtigen Worte. Seine Mannschaft bemühte sich weiter, dieses Mal auch um ein geordnetes Spiel nach vorn.

Zwar fehlte im Abschluss manchmal noch die zündende Idee, doch da gab es ja noch die Standards. Nach einer Ecke von Kreuzer köpfte Nikolaou, der Ball flog an Benatellis Kopf und von dort ins Tor - 2:2 (59.)!

In der 66. und 76. Minute kamen mit Patrick Möschl (für Berko) und Lucas Röser (für Duljevic) frische Kräfte bei Dynamo. In der 82. Minute ging Kreuzer, es kam Dumic. In der Endphase drückte Dynamo, wollte das Siegtor mit aller Macht. In der 87. Minute hatte Möschl noch eine gute Chance, doch Riemann hielt. In der 92. der nächste Riese, doch auch den entschärfte der VfL-Keeper.

Die Hausherren drückten, doch Röser köpfte kurz vor Schluss drüber, dann war die Partie beendet.

Das sagt Cristian Fiel nach dem Spiel

Cristian Fiel (re.) mit seinem Co-Trainer Patrick Mölzl.
Cristian Fiel (re.) mit seinem Co-Trainer Patrick Mölzl.  © Lutz Hentschel

"Im Moment bin ich noch aufgeregt, weil ich mir erstmal für mich Gedanken machen musste, was da passiert ist,. Wenn man in seinem ersten Spiel nach 14 Minuten 0:2 zurückliegt, muss man erstmal in sich gehen.

Wir hatten uns ein paar Sachen zurechtgelegt. In der Halbzeit habe ich den Jungs gesagt: Es ist keine Option, aufzugeben. Im Fußball, vor allem hier in Dresden, ist alles möglich.

Ich glaube, dass in der zweiten Halbzeit Mentalität, Wille und Leidenschaft da waren und das braucht man, um erfolgreich zu sein.

Mit dem Unentschieden bin ich zufrieden. Mir ist klar, dass es als Trainer darauf ankommt, Punkte zu holen, aber wenn man das ganze Spiel sieht, gehe ich mit einem gutem Gefühl nach Hause.

Uns steht aber noch viel Arbeit bevor. Wir werden nach Hause gehen und dann weiter hart arbeiten.

Ich sehe, dass Fehler gemacht wurden, aber jeder hat wieder versucht, es auszumerzen.

Ich bin noch ein junger Trainer, ich muss noch viel Erfahrungen sammeln. Es ist heute viel passiert, ich muss mich heute Abend erst einmal auf die Couch legen und mir darüber Gedanken machen."

Baris Atik schreit die Freude über seinen Anschlusstreffer zum 1:2 heraus.
Baris Atik schreit die Freude über seinen Anschlusstreffer zum 1:2 heraus.  © Lutz Hentschel
Kollektive Freude nach dem 2:2-Ausgleich durch Jannis Nikolaou (2.v.l.).
Kollektive Freude nach dem 2:2-Ausgleich durch Jannis Nikolaou (2.v.l.).  © Lutz Hentschel
Fiel beriet sich immer wieder mit seinem Co-Trainer Patrick Mölzl.
Fiel beriet sich immer wieder mit seinem Co-Trainer Patrick Mölzl.  © Lutz Hentschel

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